Stadt und Polizei loben Unnas Bürger für Akzeptanz der Lockdown-Maßnahmen

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Dass Unna bislang recht gut durch die Corona-Krise gekommen ist, hat auch etwas mit Verständnis und Kooperationsbereitschaft der Bürger zu tun. Stadt und Polizei formulieren jetzt ein Dankeschön.

Unna

, 23.06.2020, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise hat die Freiheit der Bürger stark eingeschränkt, die Beamten von Stadt und Polizei zu Kontrolleuren der Lockdown-Akzeptanz gemacht. Nun scheint der Zeitpunkt für eine Bilanz gekommen zu sein. Und diese fällt positiv aus.

In Zahlen gesprochen mussten die Behörden seit Mitte März nur bei 20 Verstößen gegen die Verordnungen eine Ordnungswidrigkeit anzeigen. In 18 dieser Fälle hatten die Betroffenen am Ende ein Bußgeld zu zahlen.

„Angesichts von tausenden Kontakten ist das praktisch nichts“, fasst Unnas Beigeordneter für das Ordnungswesen, Dirk Wigant, die messbaren Ergebnisse der verstärkten Kontrollen zusammen. Darüber hinaus habe es viele gute Erfahrungen gegeben, die sich nicht in Zahlen fassen lassen.

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Die Stadt und die Kreispolizeibehörde hatten sich kurz vor der Corona-Krise auf eine Fortsetzung ihrer Ordnungspartnerschaft geeinigt, mit der Zuständigkeiten gemeinsam abgedeckt werden. Zugleich ist die seit 2006 immer wieder fortgeschriebene Vereinbarung zwischen den Behörden erstmals entfristet worden. Welche Herausforderungen auf Polizei und Ordnungsamt zukommen würden, war zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht abzusehen.

Stadt und Polizei im Zwei-Schicht-Dienst auf Streife

Für die Kontrolle auf Verstöße gegen die Coronaschutzregeln waren Stadt und Polizei täglich mit zwei Schichten im Streifendienst. Das Ordnungsamt hatte zudem zwölf Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung als Unterstützung zugeteilt bekommen. Bereits der Beratungsbedarf der Bürger war enorm: Bis zu 400 Anrufe täglich gab es zu Beginn des Lockdowns im März.

Schon der Umstand, dass die Bürger der Stadt bei ihrer Behörde nachgefragt haben, wie sie die Regeln zu verstehen hätten, mag ein Zeichen für ihre Kooperationsbereitschaft gewesen sein. Aber auch dort, wo Bürger sich nicht im Einklang mit den Vorgaben verhalten haben, genügte meistens eine aufklärende Ansprache. „Meistens ist es schnell gelungen, eine Einsicht zu bewirken“, so Wigant.

Unnaer haben Sinn der Maßnahmen schnell verstanden

Die Einschätzung der Polizei deckt sich damit. „Die Geißel Corona war etwas völlig Neues, für das wir keinen fertigen Plan in der Schublade hatten. Wir wussten nicht, wie wir damit umgehen sollen“, bekennt Uwe Bergmeier von der Kreispolizeibehörde. „Aber die Ordnungspartnerschaft erwies sich als ein gutes Instrument, um an die Bürger heranzutreten und ihnen zu vermitteln: Beachtet die Hygienemaßnahmen, das rettet Leben.“

Dass Unna bislang verhältnismäßig glimpflich durch die Krise gekommen ist, hänge auch damit zusammen, dass die Bürger von Unna dies verstanden und umgesetzt haben. „Die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen zu vermitteln, ist gelungen. Die Menschen haben verstanden, dass es auf das Mitwirken aller ankommt“, so Bergmeier.

Zwölf Straftaten mit entdeckt

Die gemeinsame Streifentätigkeit von Polizei und Ordnungsamt hatte aber auch noch ein paar Nebenfolgen. So wurden abseits der Coronavirus-Thematik auch zwölf Straftaten festgestellt und angezeigt: Drogendelikte, Sachbeschädigungen und eine Körperverletzung.

Mit den Lockerungsmaßnahmen im Kampf gegen die Pandemie fahren die beiden Behörden auch den Umfang ihrer gemeinsamen Kontrollen zurück. Verstöße dürften in Zukunft seltener sein – nicht nur deshalb, weil der Unnaer sich im Allgemeinen als eher regeltreu erwiesen hat. Vieles, was im April und Mai unter Strafe stand, ist inzwischen wieder erlaubt.

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