Polizei gewinnt bei Kontrollen das Bild von einem relativ sicheren Unna

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Suchet, so werdet ihr finden – diese Regel hat sich für die Polizei beim Schwerpunkteinsatz in Unna bewiesen. Fünf von 75 Kontrollierten hatten etwas auf dem Kerbholz. Die Quote könnte schlimmer sein.

Unna

, 10.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das neue Polizeigesetz gibt den Beamtinnen und Beamten neue Möglichkeiten, und einige davon nahmen sie bei dem Sonderseinsatz am Dienstag wahr. Ohne aktuellen Anlass, aber mit gutem Grund, führte die Kreispolizeibehörde in der Innenstadt von Unna Kontrollen durch.

Das Ergebnis: Fünf Anzeigen, davon vier wegen Drogenbesitzes und eine, weil ein Autofahrer keinen Führerschein vorweisen konnte. Bei insgesamt 75 kontrollierten Köpfen und sieben Fahrzeugen ist das eine eher niedrige Quote.

Gesetzesverstoße kommen vor, aber mit einer Großstadt wie Dortmund sei Unna nicht zu vergleichen, ordnet Polizeisprecher Thomas Röwekamp die Bilanz der Kontrollen ein. Wichtiger für die Polizeiarbeit sind allerdings Erkenntnisse, die sich nicht mit konkreten Verstößen belegen lassen.

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Die Aktion sollte auch dem Erkenntnisgewinn dienen. Die Polizei hielt Fahrzeuge an, bestreifte den Stadtgarten, war zivil in Geschäften unterwegs, kontrollierte Spielhallen auf Einhaltung des Jugendschutzes.

„Auch dort, wo es nichts zu beanstanden gibt, erhielten wir mitunter Hinweise darauf, doch einmal zu einem anderen Zeitpunkt wiederzukommen“, so Röwekamp. Die Polizei will ihr Revier besser kennenlernen.

Kampf gegen die Alltagskriminalität

Hintergrund der Aktion ist das Kriminalitätsgeschehen, wie es sich in der Statistik für 2018 dargestellt hat. Die Polizei setzt auf eine Strategie, die sich auf die weiter reichenden Befugnisse aus dem Polizeigesetz stützt. So können Beamten nun auch „anlassunabhängige Kontrollen“ durchführen und Passanten „in Augenschein nehmen“, wie es heißt. Das ist juristisch gesehen etwas anderes als eine Durchsuchung, kann aber doch dazu beitragen, Anhaltspunkte für Straftaten zu liefern.

So dürfen Beamten einen Passanten dazu auffordern, seine Tasche oder seinen Rucksack zu öffnen. Kommt dabei eine Waffe, ein kleines Brecheisen oder ein Marihuana-Tütchen zum Vorschein, ist der Anlass für eine gründlichere Durchsuchung gegeben.

Polizei plant weitere Kontrollen in Unna

Verstärkte Kontrollen soll es auch in Zukunft geben. Ihre Rhythmen bleiben ein taktisches Geheimnis. Eine höhere Entdeckungsgefahr mag manch einen Tatwilligen vielleicht verschrecken. Delikte, denen diese Kontrollen gewidmet sind, zählt die Polizei zu den so genannten „Straftaten von erheblicher Bedeutung“, die aber recht häufig vorkommen – etwa Straßenraub, Ladendiebstahl und Einbrüche.

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