Sollen Radfahrer den Kreisverkehr am Kreishaus nur noch in einer Richtung umrunden dürfen? Diese Frage beschäftigt Unnas Politik. Und eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Unna

, 22.11.2018, 16:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kreisverkehr am Kreishaus ist ein Dauerärgernis – und zwar nicht nur für Autofahrer, sondern auch für radelnde Verkehrsteilnehmer. Aktuell berät die Politik darüber, ob Radfahrer künftig nur noch in eine Richtung – nämlich in derselben Richtung wie die Autos – um den Kreisverkehr herumfahren dürfen. Das Thema wird ein Dauerbrenner bleiben, das steht nach der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung fest.

Das Gremium vertagte nämlich eine Entscheidung auf die Zeit nach dem geplanten Verkehrsversuch am Kreishauskreisel. Die Ergebnisse sollen abgewartet werden und in die Entscheidung einfließen. Da der Verkehrsversuch mit einer Ampel auf der Viktoriastraße erst im Januar beginnen und dann drei Monate dauern soll, würde sich der Verkehrsausschuss erst wieder im Juni 2019 mit dem Thema befassen.

Zwei politische Anträge

Auf die politische Tagesordnung ist der Radverkehr am Kreishauskreisel durch einen Antrag der SPD gekommen. Die Sozialdemokraten fordern, die aktuell geltende Regelung aufzuheben. Aktuell dürfen Radfahrer den Kreisel in beiden Richtungen umrunden – eine ungewöhnliche Regelung, weil Radfahrer früher regelmäßig gegen das sonst geltende Verkehrsrecht einer mitläufigen Fahrweise verstießen. Die FDP reagierte auf die Forderung der SPD mit einem eigenen Antrag und fordert die Beibehaltung der Gegenläufigkeit. In der jüngsten Diskussion im Ratssaal wurde deutlich, dass es viele Argumente für und gegen die eine oder andere Regelung gibt.

Thema für die Unfallkommission

Der Kreisverkehr ist regelmäßig auch ein Thema für die Unfallkommission. Die trifft sich in der Regel jedes Vierteljahr – das nächste Mal Mitte Dezember – und diskutiert kritische Verkehrspunkte. Bisher hatte sie keine Einwände gegen den gegenläufigen Radverkehr. Ob sich an dieser Position, auch mit Blick auf eine mögliche Mehrbelastung des Kreisverkehrs durch die Entwicklung der Mühle Bremme, etwas ändert, bleibt abzuwarten. Bevor der Verkehrsausschuss im Juni 2019 tagt, wird auch die Unfallkommission die Ergebnisse des Verkehrsversuches an der Viktoriastraße bewerten.

Unabhängig von dem geplanten Verkehrstest haben die Politiker schon jetzt viele Argumente zusammengetragen, die sie abwägen müssen.

Für die Gegenläufigkeit

Für das Beibehalten der Gegenläufigkeit spricht, dass sich die meisten Verkehrsteilnehmer an die Situation gewöhnt haben. Ohnehin müssten Autofahrer, die aus dem Kreisverkehr herausfahren wollen, weiterhin den Verkehr aus beiden Richtungen beobachten, weil Fußgänger die Straße weiter von beiden Seiten kreuzen dürfen. Als Argument wurde auch angeführt, dass die bestehende Regelung einen Blickkontakt zwischen Autofahrern und Radlern ermöglicht. Eine Aufhebung der Gegenläufigkeit würde zu längeren Wegen für die Radfahrer führen, weil sie mehr Straßen queren müssten. Ob das die Akzeptanz der Radfahrer finden würde, ist ungewiss.

Gegen die Gegenläufigkeit

Gegen die Beibehaltung der aktuellen Regelung spricht, dass es schon jetzt viele Unfälle mit Radfahrern am Kreishauskreisel gibt. Müssen die Radfahrer alle in einer Richtung fahren, würde das zu einer übersichtlicheren Situation führen. Das wäre insbesondere mit Blick auf noch mehr zu erwartenden Verkehr durch das Projekt Mühle Bremme sinnvoll.

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