Resignation und Wut nach der Kostenexplosion für den Teich im Bornekamp

dzReaktionen der Politik

Von der Kostenexplosion für die Neubauplanung des Bornekampteiches ist die Politik offenbar überrascht – und zum Teil auch verärgert worden. Wie die Fraktionen nun damit umgehen, wird spannend.

Unna

, 03.09.2019, 12:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir wissen ja, dass die Dinge heute immer etwas teurer werden. Aber diese Entwicklung hier muss mir erst einmal jemand erklären“, reagiert SPD-Fraktionschef Bernd Dreisbusch auf die jüngste Kostenberechnung für einen Neubau des Teiches im Bornekamp. „Ich bin überrascht. Und auch verärgert“, sagt er. „Das kann man durchaus als Kritik verstehen.“

400.000 Euro hatte die Politik den Stadtbetrieben bereits für einen Neubau des undichten Zierteiches bewilligt. Nun aber legen die Stadtbetriebe eine Kostenberechnung vor, die auf 695.000 Euro hinausläuft. Und zugleich bitten sie darum, ein Budget in Höhe von 900.000 Euro freizugeben.

Halbe Million Euro gewünscht – mitten in der Haushaltssperre

Mitten in einer Haushaltssperre muss der Rat der Stadt darüber entscheiden, ob er die Stadtbetriebe weitere 500.000 Euro in den Teich stecken oder das Geld lieber als Gewinnausschüttung zur Sanierung des Haushalts auszahlen lässt.

Dreisbusch macht klar, dass er und vor allem die SPD aus der Oberstadt an dem beliebten Teich festhalten wollen. „Wir wollen das Ding. Bei allen Kürzungen muss Unna auch ein gewisses Angebot erhalten“, sagt der Ratsherr.

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Offen ist, wie dies nun gelingen soll. Dreisbusch greift das Angebot des Uelzener Garten- und Landschaftsbaumeisters auf, der die Stadt bei der Suche nach kostengünstigeren Lösungsmöglichkeiten unterstützen will.

Die CDU-Fraktion hingegen scheint die Summen, die nun im Raum stehen, eher als gegeben anzusehen. Die Stadtbetriebe sollen allerdings noch einmal in die Fraktionssitzung eingeladen werden, um das Zustandekommen der Berechnung zu erklären. „Letztlich ist es aber auch eine Sache des Kämmerers, dazu etwas zu sagen“, erklärt CDU-Fraktionschef Rudolf Fröhlich. „Ich fürchte, dass es schwer werden könnte, solche Beträge jetzt darzustellen.“

Teich im Bornekamp verliert viel Wasser

Für die Kostenentwicklung in der Planung des Teichneubaus gibt es mehrere Gründe. Unter anderem müsste mehr Erde als bislang abgebaggert, entsorgt und ersetzt werden, da sich der Boden unter der Teichfolie als nicht tragfähig für eine geplante mineralische Deckschicht zur Abdichtung erwiesen hat, die die Teichfolie ersetzen soll.

Der Teich im Bornekamp ist undicht und verliert viel Wasser, dass auch ins Erdreich außerhalb der Folienabdichtung eindringt. Flicken lässt sich die Folie nicht mehr: Das Material ist über 50 Jahre alt und zu empfindlich geworden.

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