Kandidaten wollen Kulturangebot bewahren und haben verschiedene Verkehrswende-Ideen

dzBürgermeisterwahl Unna

Was passiert mit der Kulturstadt Unna nach der Bürgermeisterwahl? Die Kandidaten Schuon und Wigant geben in unserem Polit-Talk Versprechen ab - auch zur Verkehrswende.

Unna

, 23.09.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verkehrswende, Klimaschutz, öffentliche Sicherheit und Kultur: Zu diesen Themen haben die beiden Unnaer Bürgermeisterkandidaten in unserem Polit-Talk am Dienstagabend Stellung bezogen. Wir haben der SPD-Kandidatin Katja Schuon und ihrem CDU-Kontrahenten Dirk Wigant auf den Zahn gefühlt. Beide treten am Sonntag, 27. September, in der Stichwahl gegeneinander an.

Polit-Talk mit Schuon und Wigant

Wer unsere Gesprächsrunde verfolgt hat oder sie noch sehen möchte, kann sich eine Meinung bilden.

Im Bezug auf die Kulturstadt war von beiden Bewerbern ein Versprechen zu hören: Es soll keine Kürzungen im kulturellen Angebot geben. Wie der städtische Kulturbereich, die Lindenbrauerei, das Lichtkunstzentrum und die Stadthalle finanziert werden, ist seit Jahren ein Diskussionsthema, die Corona-Krise verschärft die Probleme. Nicht umsonst war zuletzt Unruhe aufgekommen, als die Grünen-Kandidatin Claudia Keuchel ihre Unterstützung für Wigant erklärte. Keuchel sah sich gezwungen, zu betonen, dass es mit ihr keine Kürzungen geben werde.

Keine Zustimmung zu Kultur-Kürzungen

Wigant erklärte nun wie Schuon, er wolle keine Kürzungen bei Kulturangeboten zulassen.

Dirk Wigant verspricht, er wolle Kultureinrichtungen zwar effizienter machen, aber nicht bei Angeboten sparen.

Dirk Wigant verspricht, er wolle Kultureinrichtungen zwar effizienter machen, aber nicht bei Angeboten sparen. © Udo Hennes

Unnas Kulturorte seien wichtige Orte des gesellschaftlichen Lebens. Und Konzerte oder das Stadtfest seien die Veranstaltungen, die den Menschen gerade jetzt in der Corona-Krise fehlten und die die Stadt attraktiv machten. Die Kultur sei in Unna gut aufgestellt, so Schuon, sie sehe keinen Veränderungsbedarf.

Diesen sieht Wigant allerdings: nicht beim Angebot, sondern bei den Strukturen, die dahinter stecken. Die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen müsse gestärkt werden. „Es geht darum, Effizienzen zu heben“, sagte Wigant. Ein gemeinsames Marketing beispielsweise, das verstehe er unter Synergien.

Angebote gebündelt darstellen

Aus Sicht des Bürgers sei es sinnvoll, Kulturangebote gebündelt darzustellen, erklärte auch Schuon. Eine solche Internetseite könne sie sich als konkretes Beispiel vorstellen.

Katja Schuon sieht die Kulturstadt gut aufgestellt und in den Angeboten keinen Veränderungsbedarf.

Katja Schuon sieht die Kulturstadt gut aufgestellt und in den Angeboten keinen Veränderungsbedarf. © Udo Hennes

Wer versteht es, „grüne Themen“ für sich zu vereinnahmen, um bestmöglich Wähler zu überzeugen, die im ersten Wahlgang für die Grünen-Bewerberin gestimmt haben? Schuon will den ÖPNV stärken und erklärte, das Fahrradfahren müsse in Unna attraktiver werden. „Da müssen wir noch ganz viel tun.“ Die Umsetzung des Planungsprojekts „Zielnetz 2025“ müsse vorangetrieben werden.

Radfahren schnell und effizient

Fahrradfahren müsse vor allem schnell und effizient sein, so Wigant. Ihm schweben verbesserte Anbindungen vor, auch an den geplanten Radschnellweg.

Dirk Wigant will einen „Masterplan Mobilität“, an dessen Entwicklung die Bürger beteiligt werden.

Dirk Wigant will einen „Masterplan Mobilität“, an dessen Entwicklung die Bürger beteiligt werden. © Udo Hennes

Es gehe um gute Angebote, nicht darum, das Autofahren zu verbieten. Da die Verkehrsentwicklungsplanung in Unna 30 Jahre alt sei, müsse ein neuer „Masterplan Mobilität“ aufgestellt werden. Daran müssten alle Bürger beteiligt werden. Ein erster Schritt zur Verkehrswende sei neben der Durchplanung von Schulwegen die Vermeidung von Park-Such-Verkehren durch ein „Smart-City“-Konzept.

Für Katja Schuon gehören Stadt- und Verkehrsplanung zusammen.

Für Katja Schuon gehören Stadt- und Verkehrsplanung zusammen. © Udo Hennes

Schuon richtet den Blick auch auf kommende Entwicklungen in der Innenstadt. So soll im Zuge der Krankenhausfusion der Eingang zum Klinikum-Standort Katharinen-Hospital verlegt werden. Solche Entwicklungen könnten „hilfreich sein, um etwas Neues zu entwickeln“. Verkehrs- und Stadtplanung gehörten zusammen, so Schuon.

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