Planung für die B1-Kreuzungen wartet noch auf die Abfahrt

dzKeine Verkehrszähler

Tempo 50 in der Unnaer Ortslage wird Autofahrern auf der B1 vielleicht noch länger Geduld abfordern. Die Planungen stocken aus einem überraschenden Grund: Straßen NRW findet niemanden für eine Verkehrszählung.

Unna

, 01.10.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Damit Fußgänger sicherer über die Bundesstraße kommen, will Straßen NRW die Kreuzungen an Hertingerstraße, Iserlohner Straße und Kessebürener Weg umbauen lassen. Bis dies geschehen ist, soll eine Temporeduzierung auf 50 km/h diese Wirkung erreichen – so war es zwischen Stadt und Land im März ausgehandelt und ausgeschildert worden. Bis 2019 sollte das Provisorium gelten. Doch nun tauchen unerwartete Probleme auf.

Noch im Laufe dieses Jahres sollte eine Planung für die Umbauten vorgelegt werden. Bislang aber konnte Straßen NRW noch nicht einmal die Arbeiten daran aufnehmen. Es fehlt eine aktuelle Zahlengrundlage: Wie viele Fahrzeuge und Fußgänger sich in welcher Richtung über die drei Kreuzungen bewegen, sollen Verkehrszählungen ergeben. Aber es findet sich niemand, der sie machen würde.

Straßen NRW hat bereits mehrere Ingenieurbüros für Verkehrsplanung zur Abgabe von Angeboten aufgefordert. Aber es scheint so, als ob niemand an diesem Auftrag interessiert sei. „Wir würden die Zählung gerne machen lassen, haben aber bislang keinen Partner dafür gefunden“, erklärt Peter Beiske von der Regionalniederlassung Ruhr bei Straßen NRW. Mit eigenen Leuten könne der Landesbetrieb diese Erhebung nicht durchführen.

Ohne Zahlen sind aber auch Überlegungen für einen Umbau der Kreuzungen nur ein Stochern im Nebel. So hält Straßen NRW an dem geplanten Ablauf fest: „Erst wird gezählt, dann gibt es Ergebnisse und danach eine Planung“, so Beiske. Straßen NRW setze die Suche nach einem Partner für die Verkehrszählung fort und trete nun mit weiteren Büros direkt in Kontakt.

Der weitere Zeitplan ist allerdings vage. Dass der vom Bürgermeister in Aussicht gestellte Umbau der Kreuzungen im Jahr 2019 gefährdet sei, will Beiske noch nicht bestätigen. Zum einen ist nicht klar, wie lange die Verzögerungen beim Beginn der Planungen sein werden. Zum anderen würde aber auch dies noch nicht viel über die Aussichten aussagen, etwaige Zeitverluste wieder aufzuholen. „Vieles hängt auch davon ab, wie umfangreich die Umbauten überhaupt ausfallen“, so Beiske.

Seit etwa einem halben Jahr gilt im stadtnahen Abschnitt der Bundesstraße das vorübergehende Tempolimit. Zwischen den Kreuzungen der Hertingerstraße und des Kessebürener Weges mit der B1 darf der Verkehr nur noch mit 50 Stundenkilometern rollen. Ein erstes offizielles Fazit der Stadt besagt, dass das Tempolimit akzeptiert werde. Das Empfinden des Kraftfahrers mag ein anderes sein: Wer die „gut 70“ gewohnt ist, dem mag die verlangsamte Fahrt gerade auf dem 850 Meter langen Abschnitt zwischen Hertinger- und Iserlohnerstraße schleppend erscheinen, zumal die Straße selbst breit ausgebaut ist und mit ihren Grünstreifen den Eindruck einer echten Überlandfahrt vermittelt. Da eine durchgezogene Linie das Überholen untersagt, gibt es oft das Szenario, dass ein freiwillig regelkonform fahrender Kraftfahrer eine Kolonne von recht dicht auffahrenden Fahrzeugen durch den 50er-Bereich hindurchführt. Verärgerte Reaktionen von Autofahrern auf Tempokontrollen in dem Bereich zeigen, dass es vielleicht auch Vorteile hat, von einem „Lotsen“ gebremst zu werden, statt gewohnheitsgemäß mit hohem Tempo geblitzt zu werden.

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