Pläne für neue Windräder in Steinen geraten ins Stocken

dzWindrad-Pläne

Die Firma „Abo Wind“, die zwei neue Windräder in Steinen errichten will, steht vor neuen Hürden. Bei einem Ortsgespräch machte der Kreis Unna deutlich, dass das Unternehmen noch Informationen nachliefern muss.

Steinen

, 10.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Bei einem Ortstermin in Steinen diskutierten Verantwortliche der Firma „Abo Wind“ und des Kreises Unna jetzt über die beiden Windräder, die das Unternehmen nordöstlich von Steinen, nahe der Grenze zu Werl-Hilbeck, errichten möchte. Dabei blieben die beiden Parteien bei ihren Positionen: „Abo Wind“ sieht die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Errichtung als gegeben an, der Kreis Unna lehnt einen Bau ab. Hintergrund ist, dass die Stadt Unna ihr Einvernehmen abgelehnt hat und zudem ein Landschaftsplan existiert, der mastenähnliche Bauten in dem betroffenen Gebiet ausschließt.

Es fehlen noch Gutachten

Der Kreis Unna ist in das Genehmigungsverfahren als Untere Emissionsschutzbehörde eingebunden. Zum Ortstermin war aber auch die untere Naturschutzbehörde anwesend – ebenso wie Juristen auf beiden Seiten. Das Verfahren ist komplex, das hatte Andreas Schneider, Sachgebietsleiter Gewerblicher Umweltschutz beim Kreis Unna, bereits erklärt. Nun hat der Kreis dem Unternehmen mitgeteilt, dass es auch formale Gründe gibt, die eine Genehmigung verhindern. Bezüglich Fauna und Artenschutz seien weitere Gutachten erforderlich.

Langwieriger Rechtsstreit droht

Damit ist nun der Windanlagenhersteller am Zug. Er muss entscheiden, ob er die fehlenden Unterlagen zunächst nachreichen will. Dies wäre erst nach dem Frühjahr möglich, weil nur im Frühjahr die erforderlichen Erhebungen vorgenommen werden können. „Abo Wind“ könnte aber auch darauf verzichten und einen Bescheid des Kreises fordern. Gegen diesen ablehnenden Bescheid könnte das Unternehmen dann juristisch vorgehen. Üblicherweise ist das ein langwieriger Prozess, der sich über mehrere Jahre erstecken kann. Sollte „Abo Wind“ juristisch siegen, müssten die fehlenden Unterlagen nach einem rechtskräftigen Urteil nachgereicht werden.

Informelles Treffen

Offenbar hat sich das Unternehmen noch nicht entschieden, welchen Weg es gehen will. Schneider erklärte, noch vor Weihnachten gebe es ein weiteres informelles Treffen, bei dem der Kreis detaillierter erklären will, was er noch von „Abo Wind“ erwartet.

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