Pilotprojekt in Unna-Massen: Sonnenstrom vom Dach auch für Mieter

dzSolarenergie

Mit einer neuen Solaranlage auf einem Dach in Massen ist das erste Unnaer Mieterstrom-Projekt an den Start gegangen. Nicht nur Hausbesitzer, auch Mietern sollen Teil der Energiewende sein.

Massen

, 30.10.2018, 14:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Solaranlage der Stadtwerke Unna ist auf einem Dach der Unnaer Kreis- Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS). Sie hat eine Leistung von 9,9 kWp. Die Stadtwerke rechnen damit, dass die Anlage 9100 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt. „Damit liefert die Anlage lokalen Ökostrom für den Eigenverbrauch der vier Mietparteien“, sagt Michael Rumphorst, Abteilungsleiter Vertrieb Neue Energien und Produkte bei den Stadtwerken. Die Sonne scheint nicht immer gleich stark und nachts gar nicht. Trotzdem sei eine durchgängige Stromversorgung garantiert: Reicht die Sonnenkraft nicht aus, liefern die Stadtwerke den „Reststrom“. Mit vor Ort erzeugtem Mieterstrom könnten noch mehr Menschen einen persönlichen Beitrag zur Energiewende leisten und gleichzeitig ihre Stromkosten senken, sagt Stadtwerkechef Jürgen Schäpermeier.

Staatliche Förderung

Wirtschaftlich ist ein solches Projekt laut Rumphorst dank eines noch jungen Gesetzes. Mieterstrom wird vom Staat gefördert. Die Stadtwerke müssten aber auch einen vergleichsweise hohen technischen und kaufmännischen Aufwand betreiben. Sie kaufen und installieren nicht nur die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Mietshauses. Sie müssen auch eine Gesamtmessung des im gesamten Haus verbrauchten Stroms vornehmen, was für Mietshäuser normalerweise nicht erforderlich ist. Für die Abrechnung muss exakt gemessen werden, wie viel Strom vom Dach ins Haus fließt und wie viel aus dem Netz eingespeist wird. Das ist wichtig für die Trennung: Mieter, die keine Stadtwerke-Kunden sind, können nicht zur Abnahme dieses Stroms verpflichtet werden: Jeder Haushalt kann seinen Stromanbieter frei wählen.

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UKBS und Stadtwerke kooperieren nicht zum ersten Mal in Sachen Ökoenergie: 2017 bereits nahm der Energieversorger eine Photovoltaikanlage auf dem Firmensitz des Wohnungsunternehmens in Unna in Betrieb. Die Stadtwerke planen weitere Anlagen nach dem Mieterstrommodell. Ein um ein Vielfaches größeres Projekt als das in Massen wird gerade für Königsborn konzipiert. Ein Großteil des Stroms für das „Parkquartier“ soll auch aus Sonnenenergie stammen. Die Stadtwerke wollen im Rahmen von Mieterstrom die Dächer der gerade an der Potsdamer Straße entstehenden drei Wohngebäude mit Photovoltaik bestücken. Unter dem Stichwort „Parkquartier“ werden insgesamt 140 neue Wohneinheiten errichtet.

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