Pilot braucht zweiten Anlauf für die sichere Landung am Flughafen in Dortmund

dzEurowings startet durch

Den Massenern ist ein Passagierflieger in ungewohnt niedriger Höhe über die Köpfe geflogen. Nun ist der Grund dafür bekannt: Der Pilot hat einen zweiten Anlauf genommen, um die Maschine zu landen.

Unna

, 25.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Flugzeuge in relativ niedriger Höhe sind für die Menschen in Massen nichts Ungewohntes. Der Überflug einer Eurowings-Maschine am Dienstagabend sorgte allerdings für Verwunderung: In relativ flachem Anstieg und dadurch für viele Massener ungewohnt niedrig schien der Airbus über die Wohngebiete rund um die Friedenskirche hinweg zu starten.

Nun ist bekannt geworden, warum dies geschehen ist. Es war kein regulärer Start zum Abflug aus Dortmund, sondern ein Durchstarten. Der Pilot einer Maschine aus München hat einen zweiten Anlauf genommen, um die Maschine sicher auf der Piste im Westen von Massen landen zu können.

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Die sogenannte Platzrunde führte den Passagierflieger des Typs Airbus A319-132 über Massen und Königsborn bis über die Uelzener Heide. Dort setzte der Pilot zur Kehrtwende an, um über Kamen in Richtung Bochum zu fliegen. Nach einer weiteren Kurve gelang es ihm, die Maschine sicher zu Boden zu bringen.

Pilot braucht zweiten Anlauf für die sichere Landung am Flughafen in Dortmund

Auch von Holzwickede aus war der flache Überflug zu sehen. Ein Bewohner der Emschergemeinde dokumentierte ihn mit einem Screenshot seines Smartphones, auf dem die Flugkurve der Eurowingsmaschine EW4063 angezeigt war. © Carsten Fischer

Die Entscheidung zum Durchstarten hätten Kapitän und Erster Offizier im Cockpit kurz vor dem Aufsetzen in Dortmund getroffen, heißt es dazu von Eurowings. Die Geschwindigkeit beim Anflug sei etwas zu hoch gewesen für die relativ kurze Landebahn in Dortmund. Hinter der Landeschwelle stehen den Piloten dort 2000 Meter Piste zur Verfügung, um das Flugzeug aufsetzen und abbremsen zu können.

„Sicherheit zu keinem Zeitpunkt gefährdet“

Fluggesellschaft und Flughafen betonen, dass das Durchstarten zu den Standard-Verfahren in der Luftfahrt gehöre. „Die Sicherheit von Crew und Passagieren war zu keinem Zeitpunkt gefährdet“, schreibt Eurowings-Sprecherin Laura Karsten.

Flughafen-Sprecherin Davina Ungruhe bezeichnet den Abbruch des ersten Landeversuchs als Vorsichtsmaßnahme. „Da hat der Pilot entschieden: bevor wir eine wackelige Landung haben, starten wir durch. Der Passagier, der drin sitzt, erschrickt vielleicht erst einmal, aber meistens gibt es auch eine Durchsage.“

Zu hohes Tempo kann vorkommen

Eine zu hohe Anfluggeschwindigkeit ist nicht zwingend als Pilotenfehler zu werten. Manchmal sind es auch die verändertenWindverhältnissee, in die der Flieger im Sinkflug gerät, die einen plötzlichen Schub geben. Dass die Maschine beim Durchstarten sanfter angehoben wird als beim Start von der Piste, erklärt sich bereits daraus, dass es keine Reiseflughöhe zu erreichen gilt.

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