Helle Zimmer, ein lichtdurchfluteter Innenhof und Anschluss ans Dorf: Die Pflegewohnanlage „Haus am Hellweg“ ist bezugsfertig. Das auffällige Atriumhaus ist erst der Anfang einer ganzen Reihe von Wohnangeboten im Alter, die in Hemmerde entstehen.

Hemmerde

, 04.11.2019, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hemmerde war schon immer anders. Wo andere Ortsteile Unnas ihre Dorfläden verlieren, Geldinstitute ihre Filialen schließen und die letzten niedergelassenen Ärzte keine Nachfolger für ihre Praxen finden, hat Hemmerde irgendwie immer schon Glück gehabt. Es gibt einen Einkaufsmarkt, Bäcker, zwei Geldinstitute mit Filialen in der Dorfmitte, mehrere Ärzte, eine Apotheke. Und jetzt auch ein modernes Pflegewohnheim mit 70 Plätzen.

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Eigentlich wäre das „Haus am Hellweg“, wie die Wohnanlage an der Große-Oetringhaus-Straße heißt, schon längst vollständig in Betrieb. Doch „zu viele Köche waren am Werk“, wie Georg Kotmann von dem Verein „Bürgerhilfe“ sagt. Der Verein hat das Haus in Hemmerde nach dem Vorbild seiner Pflegeheime in Niedersachsen bauen lassen - doch offenbar gab es unterschiedliche Ansätze, die die Beteiligten im Blick hatten. „Ein Ingenieur für Brandschutzauflagen achtet darauf, dass seine Vorgaben eingehalten werden; ein Ingenieur für behindertengerechtes Bauen achtet wiederum auf seine - und wenn dort nicht entsprechend kommuniziert wird, bleibt manchmal was auf der Strecke“, sagt Kotmann. Die Breite der Türen, Höhe der Türklinken oder auch die Anordnung der Metallstreben an den Geländern waren solche Details, die eine Verzögerung verursachten.

Statt „auf einen Schlag“ wurden die einzelnen Wohnbereiche des Pflegeheims deswegen schrittweise zur Nutzung freigegeben. „Aktuell haben wir 15 Bewohner in der Kurzzeitpflege bei uns wohnen“, sagt Stefan Busch, der als kommissarischer Einrichtungsleiter das neue Leitungsteam in den ersten Monaten betreut. Platz hat das „Haus am Hellweg“ für 70 Bewohner - und dass die kommen werden, zeigt sich schon jetzt. „Wir nehmen momentan drei bis fünf Bewohner pro Woche auf“, sagt Busch, „natürlich sind das erstmal nur Bewohner der Kurzzeitpflege, aber einige entscheiden sich dann auch, ganz hier zu bleiben.“

Pflegeheim, Betreutes Wohnen und Tagespflege: So wird Hemmerde zu Unnas Senioren-Residenz

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Das gilt derzeit auch im „Haus am Hellweg“: Zimmer wie dieses mit den bodentiefen Fenstern bieten besonders viel Licht und den Blick auf das Neubaugebiet an der Große-Oetringhaus-Straße. © Anna Gemünd

Und diejenigen, die schon da sind, haben einen klaren Vorteil: Die schönsten Zimmer sind noch frei. Lichtdurchflutet sind alle der 70 Einzelzimmer mit eigenem Bad. Einige haben aber bodentiefe Fenster, die einen besonders schönen Blick auf Hemmerde ermöglichen. Den Anschluss an das Dorf hält nicht nur Ortsvorsteher Klaus Tibbe für einen wichtigen Baustein der neuen Pflegewohnanlage. „Dieses Haus kann ein sozialer Mittelpunkt von Hemmerde werden, wo auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden können“, hofft Tibbe.

Pflegeheim, Betreutes Wohnen und Tagespflege: So wird Hemmerde zu Unnas Senioren-Residenz

Georg Kotmann, Sabrina Schlüter und Stefan Busch (von links) freuen sich, dass das „Haus am Hellweg“ im Januar auch ganz offiziell seinen vollen Betrieb aufnimmt. © Anna Gemünd

Bei Sabrina Schlüter, der stellvertretenden Einrichtungsleiterin und Chefin des Sozialen Dienstes, stößt er damit auf offene Ohren: „Unsere Bewohner sollen die Möglichkeit haben, aktiv am Leben im Dorf teilhaben zu können, gerade auch im Alter“, sagt sie.

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Das neue Pflegeheim mitten im Dorf, nur wenige Meter vom Dorfplatz entfernt gelegen, will sich auch selbst ins Dorfleben einbringen. Das fängt beim Essen an: Das wird in der hauseigenen Küche nach den Plänen von Katrin Heckert zubereitet und von dort an die Bewohner verteilt.

Pflegeheim, Betreutes Wohnen und Tagespflege: So wird Hemmerde zu Unnas Senioren-Residenz

Die Bewohner entscheiden selbst, wo sie essen möchten: Ob in der Cafeteria im Erdgeschoss... © Anna Gemünd

Die können wahlweise in der Cafeteria im Erdgeschoss oder in den Gemeinschafts-Esszimmern ihrer jeweiligen Wohngruppen essen. Langfristig denkt Heckert auch über das „Haus am Hellweg“ hinaus: „Eventuell etabliert es sich auch, dass wir Essen auf Rädern anbieten oder Kindergärten beliefern.“ Auf jeden Fall werden sie und ihr Team auch die Bewohner des Betreuten Wohnens, der Tagespflege und der Kurzzeitpflege mitversorgen, wenn diese dies wünschen.

Pflegeheim, Betreutes Wohnen und Tagespflege: So wird Hemmerde zu Unnas Senioren-Residenz

... oder in einem der Essräume, die jeder Wohngruppe auf ihrer Etage zur Verfügung stehen und von Betreuungskräften aus dem Dienstzimmer stets einsehbar sind und betreut werden. © Anna Gemünd

Denn direkt neben dem „Haus am Hellweg“ sollen im kommenden Jahr noch drei weitere Gebäude entstehen: „Wir planen ein Gebäude mit 52 Wohnungen im Betreuten Wohnen sowie eine Tagespflege mit 15 Plätzen und ein eigenes Gebäude für die Kurzzeitpflege“, sagt Georg Kotmann. All das entsteht in unmittelbarer Nähe zu dem Neubaugebiet an der Große-Oetringhaus-Straße - ganz bewusst. „Das kann für viele junge Familien, die hier bauen, auch ein Grund sein, Hemmerde zu wählen: Weil sie ihre Eltern oder Großeltern nah an ihrem eigenen Zuhause gut versorgt wissen“, hofft Klaus Tibbe.

Offiziell eröffnet werden soll das „Haus am Hellweg“ am 17. Januar. Dann sind auch die letzten Wohnbereiche offiziell freigegeben. Und Hemmerde auf dem Weg zu Unnas Senioren-Residenz.

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