Perspektivwechsel: So sehen Franzosen Unna durch die Kamera

dzKunstort Unna

Die Lindenbrauerei, den Eselsbrunnen oder die Stadtkirche haben die Mitglieder des Fotoclubs Unna schon oft fotografiert. Doch was sehen eigentlich Fotografen aus Frankreich, wenn sie mit der Kamera durch Unna streifen? Eine Ausstellung zum „KunstOrt Unna“ verrät es.

Unna

, 09.08.2019, 14:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rechts am Rand ist er gut zu erkennen: Der Bauzaun, der seit über einem Jahr die Stadtkirche umspannt. Im Mittelpunkt des Bildes: Nicht die Stadtkirche, sondern eines der anderen Gebäude am Kirchplatz, teilweise schön verputzt, teilweise mit vergitterten Fenstern versehen und von einer schon älteren Klimaanlage verdeckt. Davor zwei Frauen, die auf einer Bank vor dem stillgelegten Wasserspiel sitzen. Hätte ein Unnaer dieses Foto geschossen? Wohl kaum. Es bedarf erst des Blicks eines Außenstehenden, dieses Motiv als solches zu erkennen.

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Genau diese Idee steckt hinter dem Projekt der VHS und des Fotoclubs Unna, dessen Ergebnisse ab Montag in der Passage im ZIB zu sehen sein und auch am „KunstOrt“-Wochenende im September noch präsentiert werden. Zum 50. Geburtstag der Städtepartnerschaft zwischen Unna und der französischen Stadt Palaiseau besuchten sich die Mitglieder der Fotoclubs beider Städte gegenseitig – und gingen auf Fototour in der jeweils fremden Stadt.

„Das ist für uns etwas Alltägliches, aber für jemand Außenstehenden ist vielleicht gerade diese Szenerie das Spannende.“
Norbert Dyherrn, Fotoclub Unna, über den ungewöhnlichen Blick der Franzosen auf Unna

Herausgekommen sind interessante Perspektivwechsel – wie beispielsweise der auf den Kirchplatz, der die Bänke und Nebengebäude zeigt, nicht aber die Kirche. „Das ist für uns etwas Alltägliches, aber für jemand Außenstehenden ist vielleicht gerade diese Szenerie das Spannende“, sagt Norbert Dyherrn vom Fotoclub Unna.

Die Fotos, die die französischen Fotografen während eines zweitägigen Besuchs in Unna gemacht haben, zeugen von diesem anderen Blick – und von Spontanität: So zeigt ein Bild die Konfirmanden, die sich vor der Paul-Gerhardt-Kirche aufstellen und fotografiert werden. „Die Franzosen haben im Haus Brüggemann gewohnt und die Konfirmation wohl zufällig mitbekommen, als sie sonntags etwas die Gegend erkundet haben“, weiß Dyherrn.

Natürlich findet sich auch der Unnaer Esel auf den französischen Fotografien – aber dann sind da auch wieder eher ungewöhnliche Blickwinkel wie der auf die Mühle Bremme mit einer ordentlichen Reihe gelber Postautos davor. Welchen Blick die Unnaer Fotografen auf ihre Stadt hatten, werden die Fotografen aus Palaiseau tatsächlich erst sehen, wenn sie zur Ausstellung nach Unna kommen.

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Denn auch die Unnaer waren Ende Mai zwei Tage auf Fototour unterwegs – und haben Palaiseau in Bildern festgehalten. Welche Motive sie ausgewählt haben, wissen die Franzosen noch nicht. „Das wird für sie sicher ähnlich spannend wie für uns“, vermutet Wilfried Homann vom Fotoclub Unna.

Die Ausstellung ist ab dem 12. August in der Passage im ZIB zu sehen. Sie endet mit einer Finissage im Rahmen des „KunstOrt Unna“ am 14. September um 11 Uhr.
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