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Für den Handel in der Unnaer Innenstadt kündigt sich ein herber Schlag an: Die Modekette Peek und Cloppenburg schließt den Standort Unna. Ende November ist Schluss.

Unna

, 23.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Peek und Cloppenburg (P&C) verlässt Unna, voraussichtlich Ende November schließt die Filiale an der Bahnhofstraße. Offenbar macht sich das Düsseldorfer Unternehmen den auslaufenden Mietvertrag zunutze. Der läuft zum 31. Dezember aus. Die Verhandlungen über neue Mietkonditionen hätten zu keinem für P&C wirtschaftlich tragbaren Ergebnis geführt, teilte das Unternehmen mit. „Die zudem herausfordernde Perspektive am Standort hat die Unternehmensleitung veranlasst, den Mietvertrag nicht zu verlängern.“

Die Lage in der Innenstadt sei „nicht optimal“, die Frequentierung rückläufig, ergänzte das Unternehmen auf Nachfrage. Und weil Kunden sich ohnehin zunehmend in Richtung nahegelegener Großstädte orientierten, „blieb das Verkaufshaus Unna in den letzten Jahren hinter den wirtschaftlichen Erwartungen zurück.“

Suche nach Lösungen für Mitarbeiter

Zuletzt waren in der Unnaer Filiale nach Unternehmensangaben rund 40 Mitarbeiter beschäftigt. Wie es für sie weitergeht, ist unklar. P&C versuche, „für alle Mitarbeiter eine individuelle Lösung zu finden“.

Die Mitarbeiter seien am Mittwoch über die beabsichtigte Schließung informiert worden. Die Lösungen sollen „im Dialog“ gefunden werden. Denkbar ist offenbar, dass man versucht, Mitarbeiter nach Möglichkeit an anderen Standorten unterzubringen.

Aus der Pressemitteilung geht hervor, dass für Unna aktuell keine alternative Geschäftseröffnung geplant sei. An den Standorten Lünen, Dortmund, Hamm und Hagen aber sei P&C „im näheren Umkreis mit Verkaufshäusern vertreten“.

Werbering-Vorsitzender: „Nicht das Ende der Fahnenstange“

„Das ist eine traurige Entwicklung und sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange“, sagt Thomas Weber, Vorsitzender des City-Werberings. „Das wird eine große Lücke hinterlassen.“ Er vermutet, dass Umsatzrückgänge wie im gesamten stationären Einzelhandel mit zur Entscheidung für die Schließung beigetragen haben. „Niemand im Textilbereich erwartet in den nächsten Jahren noch Umsatzzuwächse“, sagt Weber. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall. Händler hätten mit spürbarem Schwund zu kämpfen, und der Onlinehandel mit zweistelligen Zuwachsraten sei ein gewichtiger Grund dafür. „Da müssen sich alle bewegen, auch Vermieter.“ Es sei für manchen Geschäftsinhaber inzwischen nur noch schwer vorstellbar, langfristige Verträge einzugehen, weil sie eben nicht mehr mit sicheren Umsätzen wie noch vor 15 Jahren rechnen könnten. Verbraucher auf der anderen Seite müssten sich aber auch bewusst sein, „was passiert, wenn sie alles online bestellen“. Die Folgen, so Weber, seien in vielen Städten sichtbar. Leere Geschäfte in Unna hätten bisher in den meisten Fällen noch zügig mit neuem Leben gefüllt werden können. „Im Moment gibt es noch viele Aktivitäten, aktive Einzelhändler und Gastronomen, sodass die Krise nicht auffällt“, sagt Weber.

Sollte sich nun nach dem Weggang von P&C am Standort Bahnhofstraße ein Leerstand länger halten, wäre das fatal bei einer so großen Immobilie, so Weber. Gerade mit Blick auf die beabsichtigte Neuansiedlung auf dem Gelände von Mühle Bremme betrachte er diese Entwicklung mit Sorge.

Die Kleinen sterben leise

Der Vorsitzende der Unnaer Händler, selbst Inhaber des „Hosenspezialist“ an der Wasserstraße, wirbt auch dafür, den Blick nicht nur auf die großen Frequenzbringer zu richten. Diese seien ebenso wichtig für Innenstädte wie die kleinen Geschäfte, die sich mit großem Aufwand zu behaupten versuchten. Er erinnert an die vielen kleineren Spezialisten, die es nicht mehr gibt in Unna. Geschäfte hätten aufgegeben oder aufgrund fehlender Perspektiven keine Nachfolger gefunden. „Die Kleinen sterben leise.“

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