Paukenschlag: Frank Murmann ist aus der CDU ausgetreten

dzCDU Unna

Das ist eine faustdicke Überraschung: Frank Murmann hat seinen sofortigen Austritt aus der CDU erklärt. Mit ihm verlieren die Unnaer Christdemokraten einen vielfältig engagierten Mann.

Unna

, 11.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unnas CDU muss einen weiteren personellen Rückschlag hinnehmen. Frank Murmann ist aus der Partei ausgetreten und legt sämtliche Ämter nieder.

Die Vermutung liegt zunächst nahe, dass die Enttäuschung darüber, dass er nicht Bürgermeisterkandidat der CDU Unna werden soll, den Ausschlag gegeben hat. Dem aber widerspricht Murmann in einer persönlichen Erklärung: „Ausschlaggebend für meine Entscheidung war nicht das Ergebnis der CDU-Bürgermeisterkandidatenkür in Unna – einen Wettstreit kann man verlieren –, sondern der persönliche Umgang der Verantwortlichen mit mir als Bewerber zu Beginn, während und nach dem Verfahren. Dieser war für mich menschlich so enttäuschend, dass ich nach 15 Jahren der aktiven Arbeit für die Partei als Vereinigungsvorsitzender, Landtagskandidat u.v.m. der CDU nun den Rücken kehre.“

„Mehr als ein böser Blick“

Im Gespräch mit dieser Redaktion wenige Minuten vor einer Versammlung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT), in der er Stadtverbandsvorsitzender war, schilderte Murmann sein subjektives Empfinden: „Es ist mehr vorgefallen als ein böser Blick. Nachdem sich andeutete, dass ich in der Mitgliederversammlung aufstehen und als Bürgermeisterkandidat kandidieren könnte, hat sich der Wind gegen mich gedreht.“

Die Entscheidung, aus der Partei auszutreten, sei schon am Wochenende gefallen – nach langen Gesprächen mit seiner Gattin und Parteifreunden aus anderen Städten, die noch versucht hätten, ihn zum Verbleib zu bewegen. Bekannt habe Murmann seinen Austritt „an geeigneter Stelle“ ausgerechnet am Dienstagabend gemacht, weil er sich in der MIT-Versammlung gerne persönlich erklären wollte.

„Mache den weg frei“

„Mit meinem Austritt mache ich den Weg frei für den Kandidaten des Parteivorsitzenden“, erklärte Murmann. Der CDU-Stadtverband hatte am 7. Februar erklärt, dass seine Findungskommission sich einstimmig für Dirk Wigant als Bürgermeisterkandidat entschieden hatte. Er soll am 20. März in einer Aufstellungsversammlung von den CDU-Mitgliedern gewählt werden. Murmann hätte sich dann erneut als Alternative zur Wahl stellen können.

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„Ich habe das subjektive Gefühl, dass von Beginn an gegen mich gearbeitet wurde“, erklärte Murmann im Gespräch mit dieser Redaktion. Dafür spricht auch, dass der Parteivorstand Dirk Wigant schon in Position gebracht hatte, indem er ihn bei der Gedenkveranstaltung zum „Tag der Deutschen Einheit“ zum Hauptredner machte.

Der Parteivorsitzende Gerhard Meyer war für unsere Redaktion am Dienstagabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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