„Parkschein-Affäre“: Das sagt die Stadt zum Kurzzeittarif in Unna

Blaue Taste bleibt

Verwirrung am Parkscheinautomaten: Der Kollege aus der Redaktion ist mit seiner „Überforderung“ nicht allein. Mehrere Leser haben sich gemeldet. Das sagt die Stadt Unna zum Kurzzeittarif.

Unna

, 12.08.2019 / Lesedauer: 3 min
„Parkschein-Affäre“: Das sagt die Stadt zum Kurzzeittarif in Unna

Verwirrung um Kurzzeitparken an der Falkstraße: Wer 10 Cent einwirft und dann die grüne Taste drückt, erhält nur fünf Minuten Parkzeit - wer erst die blaue Taste drückt, 10 Cent einwirft und erst zuletzt die grüne Taste drückt, darf 20 Minuten parken. © Alexander Heine

Geteiltes Leid ist halbes Leid: Offenbar ist der Kollege aus der Redaktion nicht der Einzige, den die Bedienung der Unnaer Parkscheinautomaten – sagen wir, wie es ist – überfordert. Nach dem Bericht über die vermeintliche Abzocke, die am Ende gar keine ist, outete sich manch ein Leser telefonisch als Leidensgenosse. Das System sei ja nicht gerade verbraucherfreundlich, so der Tenor.

Blaue Taste fordert den Kurzzeittarif an

Zur Erinnerung: Es geht um den Kurzzeittarif auf öffentlichen Parkplätzen; 20 Minuten Parkzeit für zehn Cent. Erst die blaue Taste drücken, dann zehn Cent einwerfen – und zuletzt die grüne Taste drücken. So – und nur so – gibt’s 20 Minuten Parkzeit. Wer wie üblich die Münze einwirft und die grüne Taste für den Parkschein drückt, erhält nur fünf Minuten Parkzeit. Nicht nur der Kollege fragt sich, ob so ein Automat nicht in der Lage sein müsste, bei einem eingeworfenen 10-Cent-Stück automatisch den Kurzzeittarif einzuräumen.

Stadt Unna: Das System hat sich bewährt

Auf Nachfrage verweist der Hersteller der Unnaer Parkscheinautomaten an die Stadtverwaltung, die die Vorgaben bezüglich der Tarifprogrammierung mache; dorthin seien auch Änderungswünsche und Kritiken zu richten. Die Stadt Unna ihrerseits sieht allerdings keinen Handlungsbedarf. „Natürlich könnten wir das anders programmieren lassen, aber so, wie es ist, hat es sich in fast zwei Jahrzehnten bewährt“, sagt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld.

50 Sekunden Zeit für das Kramen nach Münzen

Er argumentiert seinerseits mit Nutzerfreundlichkeit. „Wenn man nicht schnell genug Münzen nachwirft, wird der Vorgang abgebrochen“, so Ueberfeld, der meint: Es sei sicher auch nicht im Sinne der Nutzerfreundichkeit, wenn der Automat den Vorgang storniere, obwohl der Bürger in seinem Portemonnaie eigentlich nur nach Kleingeld suche. Dafür hat er übrigens 50 Sekunden Zeit – so lange dauert es nach dem Einwurf der letzten Münze, bis der Automat den Vorgang abbricht, wenn sich sonst nichts weiter tut.

Es steht rot auf weiß am Automaten geschrieben

Am Ende bleibt es wohl bei der Erkenntnis, die schon Ergebnis der ersten Recherche war: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Schließlich steht am Automaten, wie es richtig funktioniert – und das sogar in roter Schrift, damit es auch wirklich jeder sieht. Jeder, bis auf unseren Kollegen in der Redaktion... Der hatte sich aber ohnehin vorgenommen, künftig mal wieder häufiger das Fahrrad zu nehmen.

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