Warum das Parken auf dem Radweg in Unna alternativlos ist

dzMassener Straße

Ärger über Autos auf dem Radweg überkommt Radfahrer an der Massener Straße mit einer Wahrscheinlichkeit von nahezu hundert Prozent. Der ADFC fordert ein Vorgehen, das in Unna beispiellos wäre.

Unna

, 21.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der Fahrt nach Westen wird es für Radfahrer schnell eng in Unna: Gleich hinter dem Verkehrsring beginnt ein Abschnitt, auf dem Autofahrer fast zwangsläufig mit zwei Rädern auf dem Radweg stehen, so lange sie nicht mit ausgewiesenen Stadtflitzern unterwegs sind. Sie können eigentlich gar nicht anders.

Denn die Parkbuchten an der Nordseite der Massener Straße sind vergleichsweise eng. Der ADFC hat nachgemessen – und ist dabei auf eine Breite von 1,60 Metern gekommen. Ein aktueller Golf ist 1,80 Meter breit und gilt als typischer Vertreter der Kompaktklasse. Manch ein SUV misst deutlich mehr.

Autos werden immer breiter, die Parkplätze wachsen nur bei Neuanlage

Dass die Autos immer breiter werden, ist ein Trend, dem bei der Neuanlage von Parkplätzen etwa an Supermärkten bereits Rechnung getragen wird. An der Massener Straße aber bestehen Verhältnissen wie zu Zeiten, als sich Fahrer und Beifahrerin noch näher waren.

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Für Radfahrer ist das in zweifacher Hinsicht ein Problem. Zum einen ist der Verkehrsbereich, in dem sie sich zwischen Autos und Fußgängern ihren Weg bahnen müssen, sehr eng. Zum anderen geht von Autos, die so nah am Radstreifen stehen, auch eine besondere Unfallkategorie aus.

„Dooring“ nennen Radfahraktivisten das Szenarion, das dadurch entsteht, das eine sich öffnende Autotür schlagartig den Radweg sperrt. Geschieht dies zu einem ungünstigen Zeitpunkt, wird die Vorbeifahrt des Radlers abrupt gestoppt. Tödliche Ausgänge sind bei Zusammenstößen dieser Art häufiger als bei manchen anderen Kollisionen von Auto und Fahrrad.

ADFC sieht Risko für Radfahrer und aussteigende Autoinsassen

Der ADFC sieht aber auch ein Risiko für die Passanten, die dort auf der Beifahrerseite aus dem Wagen steigen und sofort auf dem Radweg stehen. Sein Vorschlag geht dahin, die Autostellflächen an diesem Abschnitt der Massener Straße aufzugeben.

Zunächst ist dies ein Antrag des ADFC-Kreisverbandes an die Stadt. Ob er positiv beschieden wird, muss die politische Debatte darüber zeigen. Sollte Unna dem Ansinnen des Fahrradclubs folgen, schafft die Stadt einen Musterfall: Es wäre das erste Mal, das bereits vorhandene Parkplätze zugunsten einer besseren Radwegesituation abgeschafft werden.

Sehr wahrscheinlich würde dies Standards setzen, die auf andere Straßen zu übertragen wären. Der ADFC zitiert in seinem Antrag die Empfehlung von Experten, dass Autostellplätze in dieser Anordnung mindestens 2,50 Meter breit sein sollten, damit ein gefahrloses Öffnen der Türen im 30-Grad-Winkel möglich ist.

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