Parents for Future: Eltern und Großeltern aus dem Raum Unna unterstützen die Klimaproteste

dzKlimaschutz

Der Klimaprotest ist mitunter ein Streitthema zwischen den Generationen. In Unna und Holzwickede aber passiert das Gegenteil: Eltern und Großeltern unterstützen die Klimastreiks. Ein „Opa“ erklärt, warum.

Unna, Holzwickede

, 19.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die „Fridays for Future“-Bewegung macht durch Protestveranstaltungen auf sich aufmerksam, weltweit und auch im Raum Unna. Eine Gruppe von Eltern und Großeltern, die „Parents for Future“, unterstützt die Klimastreiks und ruft jetzt selbst zu einer Informationsveranstaltung auf.

Termine

Infoabend vor dem Klima-Streiktag

  • Infoabend von „Parents for Future“, Donnerstag, 21. November, 19 Uhr Atelier der Lindenbrauerei; alle Interessierten sind willkommen.
  • Der Abend dient auch der Vorbereitung für den Klimastreik am Freitag, 29. November. Dieser beginnt um 12 Uhr auf dem Platz der Kulturen.
  • Am Vorabend des Klimastreiks werden im Spontun an der Wasserstraße in Unna gemeinsam Plakate gemalt. Termin: 28. November, 18 Uhr.

Enkel leben mit Bedingungen, die Großeltern geschaffen haben

Die Gruppe will sich und ihre Ziele einer möglichst breiten Öffentlichkeit vorstellen. Nicht selten sehen gerade Angehörige der älteren Generation die Schülerproteste kritisch und hinterfragen, ob es richtig ist, dem Unterricht fernzubleiben, oder sogar ob die Einschätzung zum Klimawandel nicht übertrieben ist. Klaus Peter Rüsing sieht das anders.

„Unsere Enkel müssen mit den Bedigungen leben, die wir geschaffen haben“, sagt der 66-jährige Großvater. Der Unnaer hat drei Enkel, die in der Schweiz leben. Der Zehnjährige habe seinem Opa kürzlich noch berichtet, dass es ihn erschrecke, zu sehen, wie Gletscher schmelzen und der Wald leidet. Die Klimaerwärmung und ihre Folgen sind ein Thema in dieser Familie. „Es geht darum, dass wir jetzt schnell etwas erreichen“, sagt Rüsing.

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Zeit, die Bewegung der jungen Generation zu unterstützen

Er kenne auch Leute, die sagen: „Es wird schon gut gehen.“ Oder Erwachsene fordern, dass eben die Jugendlichen sich nun kümmern müssten. Rüsing aber sieht auch eine Verantwortung bei den Angehörigen seiner Generation. Diese sei früher kritischer gewesen, vor 40 Jahren etwa, als „Grenzen des Wachstums“ schon ein Thema waren. „Aber dann waren uns andere Dinge wichtig.“ Mit dem Einstieg in den Beruf habe er wie viele über andere Dinge nachgedacht. Nun sei es an der Zeit, die Bewegung der jungen Generation zu unterstützen. „Jeder kann dort, wo er zuhause ist, etwas tun.“

Teilnahme an Demos und eigene Aktionen

Klaus Peter Rüsing sowie andere Eltern und Großeltern gehören dem Bündnis „Parents for Future“ an, das es zunächst in Holzwickede und inzwischen auch in Unna gibt. Das Bündnis will sich in der Lindenbrauerei vorstellen. Die Gruppe nimmt an „Fridays“-Demos teil und hat auch eine Baumpflanzaktion in Holzwickede mit organisiert. Wie sollen Schulen mit Schülern umgehen, die „schwänzen“, um zu demonstrieren? In dieser Frage helfen die „Parents for Future“ den Schulleitungen in Holzwickede und Unna mit einem offenen Brief.

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Für 2020 plant die Elternorganisation, die über Whatsapp vernetzt ist, Workshops und Filmabende zum Thema Klimaschutz. „Parents for Future erhofft sich, dass noch mehr Eltern ihre Kinder bei deren Aktionen unterstützen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gruppe.

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