„Parents for Future“ sind da, wenn Kinder eine Sechs bekommen

dzKlimastreik

Die Klimastreiks sind längst nicht mehr nur Sache der Jugendlichen. Auch Erwachsene engagieren sich inzwischen im Sinne von „Fridays for Future“. Die „Parents for Future“ sagen, was sie tun.

von Sebastian Pähler

Unna, Holzwickede

, 22.11.2019, 11:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zukunft nicht alleine dem Engagement der Kinder überlassen, sondern etwas beitragen wollen die „Parents for Future“. Wie sie die Aktivitäten von „Fridays for Future“ unterstützen und eigene Aktionen anstoßen, erklärten Vertreter der Gruppe „Parents For Future Holzwickede/Unna“ am Donnerstagabend im Atelier der Lindenbrauerei.

Mit einem Flyer fing es an

Als freier Zusammenschluss von Menschen wollen die „Parents for Future“ die „Fridays for Future“-Bewegung unterstützen. Das war auch das Anliegen von Judith Kuck-Bösing, als sie die Ortsgruppe Holzwickede/Unna gründete. „Alles fing an mit einem Zettel“, berichtete sie bei dem Info-Abend.

Kuck-Bösing, selbst Mutter, hatte für die demonstrierenden Schüler von Anfang an große Sympathie. „Meine Tochter ist 15, also in dem Alter, in dem ich selbst zu Demonstrationen gegangen bin“, erklärte sie. Im Gespräch beschloss die Tochter, dass sie da durchaus mitmachen wolle. Von der ersten Demonstration kam sie dann mit einem Flyer für die Eltern wieder, in dem es hieß: „Jetzt seid ihr gefragt“.

Sie gründete die Gruppe in Holzwickede, die sich seither über E-Mails und WhatsApp austauscht und regelmäßig trifft.

„Parents for Future“ sind da, wenn Kinder eine Sechs bekommen

Stark für die Zukunft machen sich (v.l.n.r.) Judith Kuck-Bösing, Eva-Lotte Vogt und Kerstin Dreisbach-Dirb. Im Atelier der Lindenbrauerei stellten sie die Bewegung „Parents For Future“ vor. © Sebastian Pähler

Kontakt und Termine

Filmreihe und Veranstaltungen

  • Die Gruppe „Parents for Future Holzwickede/Unna“ ist per E-Mail an holzwickede@parentsforfuture.de zu erreichen. Infos zur Dachorganisation gibt es unter www.parentsforfuture.de.
  • Die Filmreihe im Schalander in der Lindenbrauerei Unna beginnt am Montag, 16. Dezember, ab 19.30 Uhr. Dann wird „Ich wünschte, ich würd‘ in dieser Welt leben!“ gezeigt. Der Eintritt ist frei.
  • Im Treffpunkt Villa in Holzwickede sind mehrere Veranstaltungen in Planung. „Pflegeprodukte und Haushaltsreiniger plastikfrei selbst herstellen“ findet am Sonntag, 26. Januar 2020, von 14 bis 16 Uhr statt. Am 8. März gibt es eine Kleidertauschparty. Für den 25. April ist eine Veranstaltung zum Thema „Brotaufstriche, Müsli und Chips selber herstellen“ geplant. Am 16. Mai geht es um Upcycling.

Solidarität und praktische Hilfe

Es geht darum, den Kindern beizustehen, wenn sie für ihr Fehlen eine Sechs bekommen oder anderweitig durch ihren Protest in Schwierigkeiten geraten. Es geht aber auch um ganz praktische Unterstützung, beispielsweise müssen Ordner bei Demonstrationen volljährig sein und viele Teilnehmer der „Fridays for Future“ sind eben genau das nicht. So war man auch auf der Suche nach Helfern, die bei dem großen Klimastreik am 29. November einspringen.

Für den ist auch in Unna einiges geplant, erzählte Eva-Lotta Vogt vom hiesigen „Fridays for Future“-Team.

Nicht nur helfen, sondern handeln

Es sei nicht klar, ob der Name der Gruppe sich noch ändert, so Kuck-Bösing, denn es sei überhaupt nicht notwendig, Kinder zu haben. Manchen Mitgliedern sei es einfach auch lieber, sich mit älteren zusammen zu tun, weil die Themen dann doch nochmal andere sind.

So wird sich etwa über vegane Ernährung, fair gehandelte Kleidung und erneuerbare Energien unterhalten, kleine Stellschrauben, die in der Summe aber einiges bewegen. Auch eine Film- und eine Veranstaltungsreihe sind daraus erwachsen.

Noch ist die Gruppe für Holzwickede und Unna zuständig. Ist das Interesse aber groß genug, könnte sich auch eine eigene Unnaer Gruppe gründen. Am Donnerstag waren es ein gutes Dutzend Interessenten, die mehr wissen wollten.

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