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Zwei Jahre nachdem er seinen Besuch zur Weihe der koptisch-orthodoxen Kiche St. Maria und St. Philopater Mercurius krankheitsbedingt absagen musste, war Tawadros II. jetzt in Unna.

Unna

, 19.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Es war nicht das Oberhaupt der katholischen Kirche, aber immerhin ein Papst - und somit hoher Besuch, der am Wochenende ein straffes Programm in Unna absolvierte. Damit löste Tawadros II. das Versprechen ein, die Kirche St. Maria und St. Philopater Mercurius seiner Mitchristen in Unna zu weihen. Und Unna bereitete dem Geistlichen einen gebührenden Empfang.

Der hohe Besuch wurde in Unna stets gut bewacht

Der Aufenthalt im Ringhotel Katharinenhof wurde von einer Security-Firma begleitet, die Polizei war in besonderer Alarmbereitschaft. Kopten sind eine religiöse Minderheit, die im heute überwiegend muslimisch geprägten Ägypten den christlichen Glauben für sich bewahrt hat. In allen Ländern, in die Kopten ausgewandert sind, gibt es koptische Gemeinden. 10.000 sind es laut Tawadros II. in Deutschland. Die Gemeinde in Massen hat für ihre Feierlichkeiten rund 650 Einladungen in den Kreis Unna und die Region verschickt.

Papst weiht in Unna Kirche und plädiert für Frieden der Menschen und Religionen

Papst Tawadros II. (vorne rechts) trug sich beim Empfang durch Unnas Bürgermeister Werner Kolter ins Goldene Buch der Stadt Unna ein. Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche freut sich über die Hilfe für die Gemeinde in Massen. © Kreis Unna

Beim Empfang durch Unnas Bürgermeister Werner Kolter im Katharinenhof am Samstagnachmittag hatte Tawadros II. Gelegenheit, sich in das Goldene Buch der Stadt Unna einzutragen. Kolter begrüßte Seine Heiligkeit und betonte, dass die koptische Gemeinde die ehemalige katholische Kirche in Unna-Massen zu einem lebendigen Treffpunkt umgestaltet habe. „Sie haben diese Kirche zu ihrem Haus umgebaut“, sagte Unnas Bürgermeister.

Seine Heiligkeit bedankt sich für die Kirche, sieht sie als Geschenk

„Jeder koptische Christ betrachtet die Kirche wie ein eigenes Haus, als Mutter der Seele und Ort des Friedens“.
Tawadros II.

Papst Tawadros II. bedankte sich für die Herzlichkeit, die er in Unna erfahren habe. „Ich freue mich, dass Unna seine Hand ausgestreckt hat, um den Kopten zu helfen und ich freue mich, sie alle kennenzulernen“. Was er in Unna gesehen hat, hat er auch in Zürich, in der Schweiz oder im Libanon gesehen, berichtete Papst Tawadros II. im Rahmen seines weiteren Aufenthalts. Dass die Kopten in Massen eine Kirche bekommen haben, sei ein Zeichen der Herzlichkeit und ein großes Geschenk. „Jeder koptische Christ betrachtet die Kirche wie ein eigenes Haus, als Mutter der Seele und Ort des Friedens.“ Das Gotteshaus in Unna sei wichtig für jeden Christ, der in der Gegend lebt. Und es sei „eine schöne Kirche“, sagte Tawadros II. „Sie drückt die Liebe des Deutschen Volks zu der Religion aus.“

Als Minderheit unter Muslimen wünsche sich der Großteil der Kopten, der in Ägypten lebt, ein ähnlich friedliches Leben, wie es die Mitchristen in Deutschland haben. „Die Kopten leben in Ägypten seit jeher, versuchen ihren Alltag wie alle anderen auch zu leben.“ Das Kirchenoberhaupt beobachte, dass die Gesellschaft in Ägypten versuche, sich weiterzuentwickeln. Und er hofft auf eine friedliche Entwicklung.

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Junge Kopten spielten am Samstag Theater für ihren Papst

Am Samstagabend legten sich junge Kopten aus der Region ins Zeug, um ihrem Papst ein Stück über die Geschichte des christlichen Glaubens in Ägypten zu präsentieren. Im Ringhotel erholte sich Seine Heiligkeit dann für die große Kirchweihe am Sonntag, die in den frühen Morgenstunden begann und sich über Stunden hinzog.

Der Besuch des Papstes im Rahmen seiner Deutschlandreise hat auch gezeigt, dass in anderen Kulturen die Uhren etwas anders ticken. Hin und wieder wichen die Feierlichkeiten leicht vom Zeitplan ab. Unterm Strich verlief das Wochenende aber ohne Zwischenfälle und war ein großes Fest für die koptischen Christen in der Region.

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