60.000 Quadratmeter Getreide standen am Dienstag in Unna in Flammen. Im Kampf gegen das Feuer kam der Panther zum Einsatz. Eines von drei Großlöschfahrzeugen der Dortmunder Flughafenfeuerwehr.

Massen

, 27.07.2019 / Lesedauer: 4 min

12.500 Liter Wasser sind an Bord, die riesigen Wasserwerfer auf dem Dach haben eine Reichweite von bis zu 80 Metern. Und wenn es nötig ist, kann der Panther pro Minute 5000 Liter Wasser verspritzen. Beim Anblick des Großlöschfahrzeugs der Dortmunder Flughafenfeuerwehr bekommen hartgesottene Feuerwehrleute glänzende Augen.

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Spezialfahrzeug zum Löschen von Flugzeugbränden

Eigentlich ist das Fahrzeug dafür konzipiert, Flugzeug-Brände zu löschen. Denn wenn ein Feuer dann nicht schnell gelöscht ist, gibt es nichts mehr zu retten. Am vergangenen Dienstag wurde das Spezialfahrzeug allerdings für eine völlig ungewohnte Einsatzlage benötigt: beim Brand eines Getreidefeldes an der Dortmunder Straße in Massen. 60.000 Quadratmeter Korn standen in Flammen. Ein Großeinsatz für die Feuerwehr Unna, die schnell um nachbarschaftliche Hilfe bat.

Panther erst zum zweiten Mal aus seinem „Gehege“

Dass der Panther vom Flughafen ausrückte, war allerdings alles andere als selbstverständlich. Im gesamten Kreis Unna war das erst einmal zuvor passiert: Und zwar vor ziemlich genau einem Jahr beim GWA-Großbrand in Bönen.

„Einfach ist es nicht, den Panther loszuschicken“, erklärt André Lüddecke, Pressesprecher der Feuerwehr Dortmund. Um ihn aus seinem „eingezäunten Gehege zu lassen, bedarf es nicht nur der individuellen Prüfung, ob das Fahrzeug überhaupt für den Einsatzzweck geeignet ist, es muss für den Flughafen auch noch eine Kompensationslösung gefunden werden.

Am Flughafen darf nie eine Sicherheitslücke entstehen

Glücklicherweise verfügt die Flughafenfeuerwehr über drei Fahrzeuge dieser Art, doch zwei davon müssen auch immer vor Ort sein. Doch es bedarf nicht nur ein freien Fahrzeugs selbst, sondern auf dem Flughafengelände muss auch genügend Personal sein, das das Fahrzeug bedienen kann.

Soll also ein Teil der einsatzbereiten Flughafenfeuerwehr das Gelände verlassen, muss das dann fehlende Personal durch Mitarbeiter der Feuerwache in Neu-Asseln kompensiert werden. „Erst, wenn die da sind, können die anderen ausrücken“, erklärt Lüddecke.

Sinn mache ein Einsatz des Panthers daher eigentlich nur im unmittelbaren Umfeld des Flughafens. „Denn dieses Auto hat auch noch ein ganz anderes Fahrverhalten als jedes andere Feuerwehrfahrzeug. Es braucht wesentlich länger zum Einsatzort“, sagt André Lüddecke. Und daher haben viele der in Deutschland vorhandenen Panther nicht einmal eine Straßenzulassung. „Unsere Panther haben aber alle eine“, betont der Feuerwehrsprecher.

Riesige Wasserwerfer sind ein Vorteil

Rückt der Panther aber einmal zum Einsatz aus, ist das futuristisch anmutende Gefährt ein Ass im Ärmel des Einsatzleiters. „Die Vorteile sind einfach diese riesigen Wasserwerfer“, erklärt Lüddecke. 5000 Liter pro Minute – das gleicht einer Urgewalt. Bis zu 80 Meter Wurfweite hat der Panther, wenn der Vollstrahl eingesetzt wird. Vor allem bei Explosionsgefahr ist das riesiger Vorteil, denn die Feuerwehrleute können dann mit Abstand zur Gefahrenquelle agieren.

Setzt man jedoch auf Sprühkraft, ist die Weite zwar geringer, aber dafür wird die erreichbare Fläche deutlich größer.

Fahrer bedient Fahrzeug und Technik

Bedient werden alle Geräte vom Fahrersitz aus über einen Joystick. „Mit der einen Hand wird gelenkt, mit der anderen wird die Technik bedient“, erklärt Lüddecke. Das hat den Vorteil, dass nur eine Person für das Fahrzeug gebraucht wird. „Es gibt aber auch noch zwei weitere Feuerwehrleute an Bord, die dann aussteigen und in Schutzausrüstung und unter Atemschutz das Feuer ergänzend mit dem Schlauchsystem an Bord auf die klassische Weise mit einem einzelnen Rohr bekämpfen und zur Menschenrettung vorgehen. In Massen sei allerdings nur ein Feuerwehrmann an Bord gewesen, erklärt Lüddecke. „Da ging es ja nur um Löscharbeiten, nicht um Menschenrettung.“

Auch der Spezialist hat Grenzen

Der Einsatz des Panthers muss jedoch wohl überlegt sein. Unter Volllast reicht sein 12.500 Liter fassender Tank gerade einmal für 2,5 Minuten Löscharbeiten. Brennt es dann immer noch, ist der Panther nutzlos. „Das Auffüllen ist ein logistisches Problem“, gibt Lüddecke zu. Denn das Betanken dauert wesentlich länger als das Abspritzen des Wassers. „Aber wann immer es uns möglich ist, schicken wir den Panther gerne zur Hilfe“, betont Lüddecke. Doch wie selten das letztlich möglich ist, zeigt der Blick in die Geschichte.

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  • Angefordert werden besondere Geräte wie der Panther oder auch Kräne und Teleskopmasten über die Kreisleitstelle der Feuerwehren im Kreis Unna.
  • Genaue gesetzliche Vorschriften regeln dann, ob es sich um eine nachbarschaftliche oder um eine überörtliche Hilfe handelt. Dabei geht es nicht einfach nur um Begrifflichkeiten, sondern auch um die Frage, wer den Hilfseinsatz bezahlt.
  • Beim Feldbrand in Unna handelte es sich um eine klassische nachbarschaftliche Hilfe, weshalb der Einsatz des Panthers kostenlos war.
  • „Beim GWA-Brand in Bönen war es allerdings überörtliche Hilfe“, erklärte Kreis-Pressesprecherin Constanze Rauert. Da musste der Einsatz des Panthers bezahlt werden.
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