Nach Palaiseau-Besuch: Bürger sind bei Städtepartnerschaften gefordert

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Das Jahr, in dem Unna und Palaiseau ihre 50-jährige Städtepartnerschaft feiern, neigt sich langsam dem Ende. Doch der Blick geht schon nach vorn. Es gibt viele Ideen und eine Forderung.

Unna

, 24.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst wurde in Unna gefeiert, dann im französischen Palaiseau: Dass die beiden Städte seit 50 Jahren eine Städtepartnerschaft bilden, wurde ausgiebig gefeiert. So wurden Künstler, Fotografen und Chorsänger zuletzt zu Botschaftern Unnas.

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Bedenken, die Stadt Unna würdige die Bedeutung der Künstler nicht ausreichend, hat Bürgermeister Werner Kolter umgehend entkräftet. Dass die Rathaus-Delegation im Thalys in einer höheren Zugklasse als die Künstler nach Palaiseau reiste, sei auf das Buchungsverfahren und den Zeitpunkt der Anmeldungen zurückzuführen.

Konkrete Themen für Partnerstädte

Der Bürgermeister richtet den Blick nach vorn. In Palaiseau sprach er mit seinem Amtskollegen und den Vertretern des Unnaer Stadtrats über die Bedeutung der Städtepartnerschaft. Und dabei wurde es durchaus konkret.

Das gilt etwa für den Weihnachtsmarkt. Den hat Palaiseaus Bürgermeister Grégoire de Lasteyrie in Unna erlebt, berichtet Kolter. Inzwischen gibt es auch in Palaiseau einen Markt – allerdings nur über ein Wochenende. Eine Verlängerung wird ins Auge gefasst. „Es könnte also sein, dass Wirtschaftsvertreter aus Palaiseau in diesem Jahr noch einmal nach Unna kommen, um sich zu informieren“, verrät Kolter.

Nach Palaiseau-Besuch: Bürger sind bei Städtepartnerschaften gefordert

Palaiseaus Bürgermeister Grégoire de Lasteyrie (v.l.), Jacques Allain, Robert Vizet (beide Bürgermeister a.D.), Werner Kolter und Helmut Tewes trafen sich 2015 in der französischen Partnerstadt. © Stadt Unna

Unnas erster Bürger hat seinerseits angeregt, die Themen Digitalisierung und Smart-City gemeinsam mit Palaiseau aufzugreifen – und auch mit der niederländischen Partnerstadt Waalwijk. „Da kann sicher jeder gucken, wie das die anderen Städte machen und auch etwas davon lernen“, sagt Kolter. Er denkt an eine Vernetzung der drei Städte bei diesem Thema.

Die aktuelle Neuauflage der Partnerschaftserklärung zwischen Unna und Waalwijk greift das Thema bereits auf. Die Digitalisierung und der wirtschaftliche Strukturwandel sind darin Schwerpunktthemen, die die Städte gemeinsam angehen wollen.

Nach Palaiseau-Besuch: Bürger sind bei Städtepartnerschaften gefordert

Auch ein Beispiel für gelungene Partnerschaft: Sechs Monate lang schaute der Franzose Guillaume Fercoq (Mitte) im Jahr 2011 als Praktikant hinter die Kulissen der Unnaer Stadtverwaltung – sehr zur Freude von Bürgermeister Werner Kolter und Beate Kispal, die im Rathaus für die Städtepartnerschaften zuständig ist. © Borys Sarad

Die Städtepartnerschaft lebt aber nicht allein durch die Kontakte zwischen den jeweiligen Rathäusern. Es sind die Bürger, die sie mit Leben füllen. In Unnas Rathaus gibt es mit Beate Kispal jemanden, der das Thema Städtepartnerschaften betreut. „In Palaiseau gibt es den starken Wunsch, dass die Vereine und Gruppen direkt miteinander in Kontakt treten“, verrät Kolter. Im Klartext: Die Rathäuser sollen sich aus der Organisation weitgehend heraushalten.

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Sport verbindet: Das zeigt die Kooperation der Judoka aus Palaiseau mit der Sportgemeinschaft Hellweg. © Udo Hennes

Das aber birgt auch Risiken, denn mit den jeweiligen Verantwortlichen in den Vereinen könnte auch der Einsatz für das europäische Miteinander schwanken. Es gäbe die Gefahr, dass eine Partnerschaft einschläft. Und das will niemand: nicht in Palaiseau, nicht in Waalwijk und auch nicht in Unna.

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