Auf Osterfeuer – hier ein Foto von der Veranstaltung der Feuerwehr in Mühlhausen/Uelzen aus dem Jahr 2019 – müssen die Menschen in Unna auch 2021 verzichten. © Udo Hennes
Coronavirus

Osterfeuer verboten: Stadt Unna schafft klare Verhältnisse

Unna wird ein weiteres Jahr ohne Osterfeuer erleben. Die Corona-Pandemie lässt die geselligen Treffen am Feuer nicht zu. Die Stadtverwaltung hat bereits ein Verbot ausgesprochen.

Schon im Corona-Jahr 2020 fanden keine Osterfeuer statt – das gilt nicht nur für Unna, sondern für ganz NRW. Hintergrund war ein Erlass der Landesregierung, mit dem die ursprüngliche Idee, das Abbrennen im Beisein von maximal zwei Personen zu erlauben, gekippt wurde.

In diesem Jahr kommt die Stadt Unna eventuellen Erlassen noch zuvor. In einer Abstimmungsrunde der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreis Unna mit dem Landrat ist ein einheitliches Vorgehen vereinbart worden. Danach werden Osterfeuer nicht genehmigt.

Schutz der Bevölkerung hat Priorität

Für Vereine, Kirchengemeinden, aber insbesondere auch Dorfgemeinschaften haben die Osterfeuer einen großen Wert. Das wissen auch die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung. Dennoch wiegt der Schutz der Gesamtbevölkerung in Pandemie-Zeiten deutlich stärker.

„Beim Osterfeuer wird auch Alkohol getrunken und man rückt eng zusammen. Es wäre in dieser Situation unverantwortlich, Osterfeuer zu genehmigen“, sagt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld. Tatsächlich drängen sich die Menschen vor allem dann näher ans Feuer, wenn es ihnen im Laufe des Abends kälter wird. Ueberfeld ergänzt, dass die Einhaltung von Corona-Regeln bei der Vielzahl von gleichzeitigen Veranstaltungen auch kaum zu kontrollieren wäre.

Stadt schafft Planungssicherheit

Mit ihrer frühzeitigen Entscheidung schafft die Stadt Unna Planungssicherheit. Das bedeutet auch, dass erst gar keine Gehölzhaufen aufgeschichtet werden müssen. „Ein genereller Entsorgungsengpass für Grün- bzw. Gartenabfälle besteht derzeit nicht und wäre im Übrigen auch nicht über das Abbrennen von Osterfeuern unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu lösen“, teilt die Stadt Unna mit.

Fakt ist: Bei Osterfeuern darf zwar Gehölz verbrannt werden, aber nicht generell Gartenabfälle. Deswegen betont auch die Stadt, „dass Feuer im Freien nicht zur Abfallbeseitigung missbraucht werden dürfen.“

Unabhängig von den Absagen in diesem und dem vergangenen Jahr ist die Zahl der Osterfeuer in den zehn Jahren davor stetig zurückgegangen – von 76 auf zuletzt 44. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich Veranstalter zum Teil auch zusammengetan haben.

Wie viele Feuer in diesem Jahr überhaupt angemeldet worden wären, lässt sich kaum sagen. Möglicherweise hätten viele Veranstalter auch von sich aus auf eine Durchführung verzichtet – in der Hoffnung, dass 2022 wieder an alte Traditionen angeknüpft werden kann.

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Redaktion Unna

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