Richter besichtigt einsturzgefährdetes Fachwerkhaus an Markt und Kirchplatz

dzDenkmalschutz

Im Streit um das denkmalgeschützte Haus am Markt 2/3 versucht das Verwaltungsgericht zu moderieren. Nach einem Ortstermin im Gebäude soll es im Idealfall noch in diesem Jahr eine Lösung geben.

Unna

, 20.09.2019, 11:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es geht um eines der ältesten Bauwerke in der Innenstadt: Zum Haus mit der Adresse Markt 2/3 gehört auch eine der prägenden Fachwerkfassaden am Kirchplatz der Evangelischen Stadtkirche.

Schäden in der Dach- und Deckenkonstruktion des Hauses aus dem 17. Jahrhundert gefährden die Standsicherheit. Wie damit umzugehen ist, darüber herrscht zwischen dem Gebäudeeigentümer Jörn Gurlitt und der Stadt Unna Uneinigkeit. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen soll den Streit entscheiden – oder schlichten.

Richter macht sich vor Ort ein Bild vom Streitobjekt

In dieser Woche war es nun zum angekündigten Ortstermin gekommen. Der zuständige Richter, Vertreter der Stadt und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe sowie der Eigentümer mit seinen Beratern machten sich ein Bild von dem Bauwerk, um das es bislang in Schriftwechseln ging.

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Ein Ergebnis, das den Ausgang des Rechtsstreites vorwegnehmen ließ, hat der Termin offenbar nicht hervorgebracht. Der Richter soll beiden Streitparteien Hinweise gegeben haben. Wenn möglich, solle das Thema noch in diesem Jahr „vom Tisch“ sein, ist aus dem Gericht zu hören. Ob durch ein Urteil oder einen Vergleich, ist dabei noch offen.

Eigentümer Gurlitt: Suche Lösung, mit der alle leben können

Eigentümer Gurlitt betont seine Bereitschaft zu einer gütlichen Einigung. „Ich bin gewillt, eine Lösung zu finden, mit der alle Seiten leben können“, sagt er. Bislang war dies nicht möglich: Dass es überhaupt zum Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen gekommen ist, ist Folge dessen, dass Stadt und Eigentümer in ihren Vorstellungen bislang unvereinbar weit auseinander lagen.

Richter besichtigt einsturzgefährdetes Fachwerkhaus an Markt und Kirchplatz

Die adressgebende Fassade auf der Seite des Alten Marktes ist verputzt. Dass es sich bei dem Wohn- und Geschäftsgebäude um ein Fachwerkhaus handelt, ist von dort aus nicht ersichtlich. © UDO HENNES

Beide Seiten hatten Konzepte in die Diskussion eingebracht, die von der jeweils anderen nicht gebilligt wurden. Eigentümer Jörn Gurlitt würde das notdürftig gesicherte Dach demontieren und neu aufbauen lassen, dabei aber auch leicht verändern.

Neubau gegen Austausch maroder Einzelteile

Die Stadt zielt offenbar eher auf eine Sanierung mit möglichst vielen Originalteilen, da gerade im obersten Geschoss des Hauses viel Schützenswertes stecke. Gurlitt hält dieses Modell für wirtschaftlich unzumutbar. Die Stadt hingegen verweist auf Fördermöglichkeiten, die 70 Prozent der Kosten erstatten könnten.

Um welche Beträge es dabei tatsächlich geht, ist allerdings nicht bekannt.

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