Hoffnung in Kessebüren: „Oma Kepmann“ ist wieder als Gasthaus zu haben

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Während die Gastronomie durch Corona in eine branchenweite Krise gestürzt ist, keimt in Kessebüren Hoffnung auf die Wiederbelebung einer Traditionsgaststätte auf: Für Oma Kepmann werden Betreiber gesucht.

Unna

, 10.06.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einschlägigen Immobilienportalen bietet die Krombacher-Brauerei das Gasthaus „Oma Kepmann“ an – und zwar zur Vermietung als Gaststätte, wie die Menschen aus Kessebüren den „gastlichen Hof“ in den vergangenen Jahrzehnten kannten. „Gesucht wird ein professioneller, solventer Gastronom, der das Objekt mit hohem Engagement erfolgreich betreibt“, heißt es in dem Inserat.

Gefunden ist dieser Mensch damit natürlich noch nicht. Doch allein der Umstand, dass man ihn sucht, dürfte in Kessebüren eine vielleicht schon aufgegebene Hoffnung wiederbeleben.

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Denn zuletzt war unklar, ob es nach dem Ausscheiden der beiden bisherigen Betreiber überhaupt eine gastronomische Nutzung der Liegenschaft geben würde. Die Eigentümerin gilt als umsichtige Geschäftsfrau, knüpft die Vergabe der Gaststätte an hohe Anforderungen. Die Losung: Bevor sich irgendjemand an einem Betrieb verhebt, weil er der Herausforderung einer Gastwirtschaft dieser Größe nicht gewachsen ist, sollten besser andere Nutzungskonzepte für die Immobilie ins Auge gefasst werden.

Oma Kepmann braucht einen echten Profi

„Oma Kepmann“ ist ein Haus mit einer großen Tradition und einem sehr gutem Ruf, auch und gerade über die Ortsgrenzen hinaus. Die ältesten Gebäudeteile der früheren Hofanlage stammen vermutlich aus dem Jahr 1498. „Oma Kepmann“ war zuletzt eines der letzten klassischen Ausflugslokale in der Region. Fast 600 Quadratmeter Nutzfläche mit 240 Sitzplätzen im Innern und 150 weiteren im Biergarten stehen zur Verfügung, müssen aber wohl auch genutzt werden, damit der Betrieb richtig läuft. Wer „Oma Kepmann“ bewirtschaftet, muss das große Rad drehen – und dazu eben auch in der Lage sein.

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Die bisherigen Betreiber galten diesbezüglich als guter Fang: Christoph und Juliane Niemeyer waren mit einem hohen Ausbildungsniveau und viel Erfahrung im Gaststätten- und Hotelgewerbe ausgestattet, als sie den Gasthof übernahmen. Neun Jahre lang haben sie ihn erfolgreich geführt. Dann aber setzten sich die beiden kleiner, um mehr Zeit für die Familie zu haben – eine ganz private Lebensentscheidung, die für die Menschen in Kessebüren einen Verlust bedeutet hat.

Bürgerversammlung in Kessebüren: Weil es ansonsten keinen Treffpunkt mehr gibt im Ort, begrüßte Ortsvorsteher Gerhard Heckmann zu Beginn des Jahres 2020 die Bürger im doch recht kleinen Oldenburg-Haus.

Bürgerversammlung in Kessebüren: Weil es ansonsten keinen Treffpunkt mehr gibt im Ort, begrüßte Ortsvorsteher Gerhard Heckmann zu Beginn des Jahres 2020 die Bürger im doch recht kleinen Oldenburg-Haus. © Sebastian Smulka

Mit „Oma Kepmann“ hat der Ort Ende 2019 einen seiner letzten Treffpunkte verloren. Als Ortsvorsteher Gerd Heckmann danach zu einer Bürgerkonferenz einlud, quetschten sich die Gäste in einen Raum des Oldenburg-Hauses.

Die Hauseigentümerin von „Oma Kepmann“ bat zunächst um Zeit, bevor sie sich zur Zukunft der Anlage äußern könne. Der nun aufgenommene Vermarktungsversuch garantiert noch keine Wiedereröffnung, macht ihn aber zumindest denkbar.

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