Ohne Führerschein und Obdach: 25-Jähriger bei Einbruch ertappt

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Ein Jahr und zehn Monate Haft auf Bewährung hat jetzt ein 25-Jähriger erhalten, der in Unna in ein Wohnhaus einbrechen wollte. Er wurde beim Einbruch erwischt – und war auch noch ohne Führerschein unterwegs.

von Sylvia Mönnig

Unna

, 13.01.2020, 10:22 Uhr / Lesedauer: 1 min

In einer Phase, in der er glaubte, kaum noch etwas verlieren zu können, beging ein 25-Jähriger in Unna einen Einbruchsversuch und saß ohne Führerschein hinter dem Steuer. Das Amtsgericht gab ihm nun die tatsächlich allerletzte Chance.

Drogen und Straftaten bestimmten lange sein Leben. Nach einem Gefängnisaufenthalt fand er erst Unterschlupf bei seinen Eltern, fiel dann aber in alte Muster und flog raus. Nun saß er buchstäblich auf der Straße. Sein letztes Geld investierte er in ein Auto, um ein Schlafplatz zu haben.

Bereits im April ohne Führerschein unterwegs

In dieser Situation versuchte er am Nachmittag des 15. Mai 2019, die Terrassentür zu einem Wohnhaus in Unna einzuschlagen, wurde von der Bewohnerin ertappt und unverrichteter Dinge in die Flucht geschlagen. Nicht sein einziges Pech: Die Betroffene, die von dem Erlebnis stark beeindruckt war, erkannte ihn und identifizierte ihn später auf einem Foto bei der Polizei. Darüber hinaus wurde er bereits im April erwischt, als er mit seinem Auto und ohne Fahrerlaubnis auf dem Salzweg unterwegs war.

„Mir war alles scheißegal. Ich hatte eh nichts zu verlieren.“
Der Angeklagte

Der Einbruchsversuch und die Fahrt ohne Führerschein brachten den 25-Jährigen nun einmal mehr auf die Anklagebank. Er redete sofort Tacheles: „Beide Sachen stimmen. Nach der Haftentlassung ging es mir schlecht, richtig mies.“ Und: „Mir war alles scheißegal. Ich hatte eh nichts zu verlieren.“ Das sei nun aber ganz anders. Er habe eine Freundin, habe eine Wohnung in Bergkamen und einen Job gefunden. Auch sei er jetzt ernsthaft bereit, eine Entzugstherapie zu machen.

Seine Ehrlichkeit und die positive Entwicklung bewahrten ihn vor einer weiteren Hafterfahrung. Er wurde er zu einem Jahr und zehn Monaten Haft mit Bewährung verurteilt. Darüber hinaus erhielt er die Auflage, eine Therapie zu machen und zwei Jahre Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis.

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