Notfallpläne vom Stromausfall bis zum Hackerangriff

dzStadtwerke

Für die Stadtwerke war der Ausfall des Umspannwerkes eine Herausforderung. Doch unvorbereitet getroffen hat er den Kommunalversorger nicht. Etliche Notfallpläne liegen bei ihm in der Schublade.

Unna

, 30.08.2019, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Versorgungsausfall wie den am Freitag hat Stadtwerkechef Jürgen Schäpermeier nach eigenem Bekunden in 35 Jahren noch nicht erlebt. Gemessen daran hatten seine Mitarbeiter die Sache nicht nur zügig gelöst, sondern auch eine bemerkenswerte Routine dabei ausgestrahlt. Für Notfälle wie diesen haben die Stadtwerke Einsatzpläne aufgestellt, die sozusagen aus der Schublade gezogen werden und dann nur noch abgearbeitet werden müssen.

„Krisenhandbuch“ heißt die Sammlung, in der Regeln und Ablaufpläne gebündelt sind. Es ist jedoch mehr als ein Nachschlagwerk. Immer wieder trainieren die Stadtwerke die Umsetzung der Pläne in Simulationen. Auch neuartige Szenarien werden dabei erarbeitet, sofern man sie sich ausdenken kann: Im vergangenen Jahr etwa simulierten die Stadtwerke einen Hackerangriff und ihre Reaktion darauf.

Klare Vorgaben dafür, was von wem zu tun ist

Was alle Plänen verbindet, ist eine klare Beschreibung von Aufgaben und Zuständigkeiten. „Wenn Abläufe und Verantwortlichkeiten geklärt sind, wenn also jeder weiß, was er zu tun hat, dann kann man auch ruhig arbeiten“, so Schäpermeier.

Ein Teil dieses Notfallkonzeptes ist nicht nur in Ausnahmefällen aktiv, sondern im Alltag. Durchgängig benannt sind bei den Stadtwerken Bereitschaftsdiensthabende. Diese Bereitschaft gibt es auf zwei Hierarchieebenen: Auf der unteren steht die Fachbereitschaft. Das sind etwa die Netzmonteure, die jederzeit ausrücken würden, wenn etwa ein Baggerfahrer eine kleine Stromleitung angerissen hat. Bei größeren oder komplizierteren Fällen wird die übergeordnete Bereitschaft hinzugerufen. Sie besteht aus Mitgliedern der höheren Hierarchieebenen. Auf dieser Ebene gibt es zum einen Ingenieurswissen, zum anderen aber auch die Befugnis, weitere Mitarbeiter zusammenzutrommeln, wenn es nötig ist.

Viele Stadtwerker sind auch bei der Feuerwehr

Mit der akuten Krisenbewältigung sind die Notfallpläne keineswegs abgearbeitet. Auch eine Nachbesprechung gehört dazu, in der es darum geht, was gut gelaufen ist und was vielleicht noch eine Chance zum Lernen darstellt. Endet der Einsatz vor Ort zunächst mit einer provisorischen Lösung, muss natürlich auch die grundlegende Reparatur geplant und der Grundzustand der betroffenen Anlagen wiederhergestellt werden.

Was den Stadtwerken außerhalb der eigenen Einsatzpläne zugutekommt, ist eine hohe Bereitschaft, Mitarbeiter für den Einsatz in der Freiwilligen Feuerwehr abzustellen. Auch beim Einsatz im Umspannwerk an der Heisenbergstraße waren Feuerwehrkräfte im Dienst, die die Anlage auch aus ihrem Hauptberuf heraus kennen.

In einem Punkt zeigt Stadtwerkechef Jürgen Schäpermeier jedoch die Grenzen aller Vorbereitungen auf: „Eine hundertprozentige Versorgungssicherheit werden wir nicht garantieren können“, sagt er.

Lesen Sie jetzt