Neue Gewerbebetriebe bringen neuen Verkehr. Doch die Staugefahr steigt nicht nur durch die Anzahl der Autos. Für die Kamener Straße plant Unna eine neue Ampelkreuzung, um ein Gewerbegebiet anzubinden.

Unna

, 12.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verkehr neigt dazu, sich selbst zu bremsen. Dieses Problem muss die Stadt auch für eine neue Gewerbefläche im Norden Königsborns lösen. Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten sollen das Südfeld des Interkommunalen Gewerbegebietes Unna/Kamen über die Kamener Straße verlassen. Damit sie dort nicht „verhungern“, sieht der nun verabschiedete Bebauungsplan 87C eine neue Ampelanlage auf Höhe der „Colonie“ vor. Dem Durchgangsverkehr bringt sie weitere Wartezeiten.

Bedenken an der Anbindung sind mehrfach geschildert worden. Schon bei einem Bürgerabend im Juli wiesen Anwohner auf mehr Verkehr und mehr Staus durch das neue Gewerbegebiet hin – zum einen durch die zusätzlichen Fahrzeuge, zum anderen durch die zusätzliche Ampel. Aber auch die Kreispolizeibehörde verwies in ihrer amtlichen Stellungnahme darauf, dass die Folgen einer weiteren Ampelanlage für den Verkehrsfluss aus ihrer Sicht zumindest nicht abzusehen sein.

Den Blick in die Zukunft wagte dagegen ein Planungsbüro. In einem System, das die Leistungsfähigkeit von Verkehrsknoten in sechs Stufen von A bis F einordnet, vergibt der Gutachter für die geplante Ampelanbindung die Note D: Der Verkehrsfluss dürfte jederzeit als „ausreichend“ bewertet werden. Die Stadt nimmt ihm beim Wort und hält die Leistungsfähigkeit der Ampelanlage somit für „ausreichend“, um das Gebiet so zu erschließen.

Das Südfeld des Gewerbegebietes rund um Ikea würde somit unabhängig vom Ikea-Kreisel erschlossen. Eine neue Zufahrt tief in das Gebiet hinein würde mit einem Wendehammer noch auf Unnaer enden. Das verhindert, dass Unnaer bei ihrer Fahrt zu Ikea schon eine Kreuzung früher links ab fahren. Planerisch und verkehrstechnisch bleiben die Unnaer und die Kamener Flächen des Interkommunalen Gewerbegebietes damit voneinander getrennt.

Noch eine Staustufe für die B233

Die Lage der Ampelkreuzungen im Umfeld des neuen Gewerbegebietes. © Smulka

Ändern soll sich dies erst mit dem Bau einer Westtangente. Diese Überlegung wirkt vorausschauend: Eine mögliche Verlagerung des Durchgangsverkehres in das Gewerbegebiet ist erst dann möglich, wenn sie gewollt ist. Denn die Idee der Westtangente besteht darin, die Achse aus Friedrich-Ebert- und Kamener Straße zu entlasten. Von Feld- und Hochstraße über den Schwarzen Weg würde ein Teil des Verkehres dann im Westen Königsborns an der Stadt vorbeigeleitet, um am Ikea-Kreisel wieder Anschluss an die B233 zu bekommen.

Wann dies geschieht, ist allerdings nicht absehbar. Zuletzt hatte die rot-grüne Landesregierung unter Hannelore Kraft das Projekt von der Bedarfsliste für den Straßenbau in Nordrhein-Westfalen genommen.

Der Bebauungsplan 87C schafft die Grundlage für die vorerst letzte Ausweitung des Interkommunalen Gewerbegebietes Unna/Kamen. Die Stadt will die Fläche von sich aus im Frühling 2019 freigeben. Bei der WFG läuft indes bereits schon die Vermarktung für die insgesamt 86.000 Quadratmeter Gewerbeflächen an. Die Woolworth-Ansiedlung geschieht außerhalb dieses Areals im Gewerbegebiet 87A.
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