Nicole Noä und Friederike Mühlbauer: Aus dem Zusammenhang reißen und neu zusammenfügen

dz„Kunstort Unna“

Nicole Noä und Friederike Mühlbauer kennen sich seit einigen Jahren, ihre Kunst ist sehr verschieden und hat doch Gemeinsamkeiten. Beim Kunstort Unna stellen sie ihre Werke gemeinsam aus.

von Kyra Molinari

Unna

, 27.06.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicole Noä und Friederike Mühlbauer kennen sich erst seit einigen Jahren, dabei teilen sie so viele Gemeinsamkeiten, dass sie sich schon früher hätten anfreunden können. Richtig kennengelernt haben die beiden Künstlerinnen sich 2013, als Nicole Noä ihre erste Ausstellung vor sich hatte. Alleine, so sagte ihr der Veranstalter, ginge das nicht, aber man habe da schon die richtige Künstlerin an der Hand. Und so lernten sich Noä und Mühlbauer zufällig anlässlich ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung kennen.

Durch Zufall zu Papier und Fotos gekommen

Friederike Mühlbauer hat nach einer Glaserausbildung Design in Dortmund studiert und landete später durch Zufall bei Papier und Fotos als Materialien. Ihre Arbeit besteht zunächst im Fotografieren von Mustern, beispielsweise von Maisfeldern. Diese vergrößert und spiegelt sie dann, und fügt sie am Ende als geometrisches Muster zusammen. „Ich möchte aber nicht mit Photoshop oder solchen Programmen arbeiten, sondern lieber händisch, ich mag das Handwerkliche“, erläutert sie.

Wenn das Bild soweit fertiggestellt ist, wird die Oberfläche noch mit Wachs behandelt. „Das Bild wird zwar ein bisschen unklarer, gleichzeitig gibt das Wachs ihm aber auch mehr Tiefe und es wird diffuser, das gefällt mir gut“, führt Mühlbauer aus.

Schreinerlehre, Innenarchitektur und dann kamen die Bilder

Nicole Noä hat einen ähnlichen praktischen Bezug zur Kunst durch ihre Ausbildung wie Mühlbauer: Sie hat zunächst eine Schreinerlehre absolviert und danach Innenarchitektur studiert. Vor etwa 15 Jahren hat sie dann mit Collagen angefangen. „Ich nehme dazu eigene Bilder, aber auch Bilder aus Zeitschriften, und schaffe daraus räumliche Eindrücke auf meinen Bildern“, erklärt Noä. Gleichzeitig lässt sie dem Betrachter aber auch genug Spielraum, um die Bilder selber zu interpretieren. Einige ihrer Bilder sind noch etwas spezieller: Nicole Noä erstellt auch dreidimensionale Collagen.

Bei Noä ist die Kunst eher ein Nebenberuf, auch wenn sie in Schulen und Kindergärten Kunstkurse gibt. Bei Friederike Mühlbauer verhält es sich etwas anders: Hauptberuflich ist sie Künstlerin und in ihrem Atelier anzutreffen, aber auch sie macht nebenher noch Nebenjobs oder ehrenamtliche Arbeit.

Die Kunstrichtungen der beiden haben einige Gemeinsamkeiten, auch wenn sie grundverschieden sind. Beide Künstlerinnen reißen die ursprünglichen Bilder aus dem Zusammenhang und erschaffen daraus anschließend ganz neue Bilder und Welten.

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ZU BESUCH AM „KUNSTORT UNNA“

Im Rahmen der Aktion „Kunstort Unna“ zeigen Künstler, Ateliers und andere Einrichtungen in Unna vom 13. bis 15. September 2019 die unterschiedlichsten Orte, an denen Kunst entsteht und erlebbar ist. Im Vorfeld schaut sich unsere Redaktion nacheinander diese 27 Kunstorte an, um darüber zu berichten.
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