Verseuchte Erde: Stadt muss die Massener Senke neu untersuchen lassen

dzAlte Mülldeponie

Wie schädlich ist der Müllberg in der Massener Senke? Das soll nun ein weiteres Gutachten zeigen. Trotz der erfolgreichen Zwangsversteigerung nimmt der Kreis dafür die Stadt Unna in die Verantwortung.

Unna

, 26.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass die abgedeckte Mülldeponie im Norden von Massen ein unberechenbares Risiko darstellt, war zuletzt schon bei der Zwangsversteigerung am vergangenen Freitag deutlich geworden. Mit nur einem Euro Verkehrswert waren die heute als Acker genutzten Grundstücke aufgerufen worden. Dass sich tatsächlich ein Bieter fand, war eine echte Überraschung.

Im Nachgang nun soll es daran gehen, die Ungewissheit zu lindern. Was schlummert wo in welchen Mengen im Boden? Das muss die Stadt nun erforschen und dafür einen Gutachter beauftragen.

Kreis sieht die Stadt Unna als Nachfolgerin der Gemeinde Massen in der Pflicht

Der Kreis Unna hat die Kommune dazu aufgefordert, weil sie die Rechtsnachfolgerin der ehemals selbstständigen Gemeinde Massen ist. In deren Hoheit war die Privatfläche nach dem Zweiten Weltkrieg über etliche Jahre als Müllkippe verwendet worden. Die Deponierung von Abfällen war seinerzeit die gängige Entsorgungsmethode. In Massen aber sollen auch „Schwarzkipper“ dazu beigetragen haben, die beiden aus Bergsenkungen entstandenen Seen in einen unberechenbaren Müllmischmasch verwandelt zu haben.

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Zeitzeugenberichte darüber sind auch in den Altlastenkataster des Kreises eingegangen. Bislang war man aber der Einschätzung, dass nach der Sicherung des Areals mit einer Decke aus Ackerboden keine Gefährdung bestehe. Dies steht zurzeit aber wieder infrage.

Für die Ermittlung eines Verkehrswertgutachtens vor der Zwangsversteigerung hatte der entsprechende Gutachter auch einen Geologen damit beauftragt, sich die Gegebenheiten vor Ort noch einmal anzuschauen. Bei Probebohrungen vernahm dieser bereits mit der Nase den Geruch von Motorenöl und Fäulnis. Deshalb will der Kreis, dass die gesamte Verdachtsfläche noch einmal gründlich untersucht wird.

Neue Eigentümer aus England sind damit nicht aus der Haftung

Ein entsprechendes Schreiben an die Stadtverwaltung ist bereits in den Versand gegangen. Als Nächstes dürften sich Gespräche auf der „Arbeitsebene“ anschließen. Darin würden die Behörden noch einmal abklären, was genau ein neues Gutachten leisten muss.

Der Kreis sieht die Kommune als Betreiberin der früheren Mülldeponie in der Pflicht, an dieser Klärung mitzuwirken. Dies bedeute aber nicht, dass der oder die Eigentümer aus jeglicher Haftung heraus seien. Eine britische Immobiliengesellschaft hatte die Ackerflächen ersteigert. Welche Nutzungsabsichten sie hat, ist noch unbekannt.

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