Gradierwerke wie hier das in Werne entfalten eine große Anziehungskraft. Der Förderverein Kurpark Unna-Königsborn ist sich sicher, dass das in der Kreisstadt nicht anders wäre. © Archiv

Neues Gradierwerk in Unna wäre eine Millionen-Investition

Die Nachricht war ein Hammer: Der wieder gegründete Förderverein Kurpark Unna-Königsborn plant erneut den Bau eines Gradierwerks. Die Pläne dafür liegen noch in der Schublade.

Der wieder gegründete Förderverein Kurpark Unna-Königsborn betont, dass er kein Gradierwerksverein sein will. Der Kurpark liege ihm als Ganzes am Herzen. Um einen Fakt aber kommt man nicht herum: Der geplante Bau eines Gradierwerks im Kurpark ist das Leuchtturmprojekt, mit dem der Verein derzeit das größte Interesse auf sich ziehen kann.

Die Pläne für den Bau eines Gradierwerks an historischer Stätte liegen seit vielen Jahren in der Schublade. Für die Idee waren schon erste Gelder gesammelt worden, als der Verein im Jahr 2017 aufgab. Es habe insbesondere die Unterstützung durch die alte Stadtverwaltung gefehlt, heißt es heute.

Unna bildet den Startpunkt der Westfälischen Salzroute. Schon deshalb erscheint es sinnvoll, die Salz-Geschichte der Stadt anschaulich zu präsentieren. Ein Gradierwerk wäre eine Option. © Dirk Becker © Dirk Becker

Die Menschen, die im Förderverein (erneut) Verantwortung nehmen, wollen aber nicht zurückblicken, sondern nach vorne. Die enorme Aufwertung des Kurparks durch ein neues Gradierwerk scheint nun umsetzbar. Positive Signale vom Land, der NRW-Stiftung und der Stadtverwaltung um den neuen Bürgermeister Dirk Wigant machen Mut.

Die Basis für den Bau eines Gradierwerks ist längst gelegt. Die alten Pläne liegen noch in der Schublade, könnten gegebenenfalls noch angepasst und dann umgesetzt werden, wenn die finanziellen Mittel dafür bereitstehen. Wie groß aber wird der Finanzbedarf sein? Der erste Vorsitzende Thomas Horschler geht von einer Millioneninvestition aus. „Damals lag die Kostenschätzung bei 800.000 Euro, heute wären wohl 1,2 Millionen Euro erforderlich“, vermutet er. Das ist wahrlich eine Schätzung, die noch untermauert werden müsste.

Bohrloch zur Sole-Versorgung gibt es schon

Was es in jedem Fall gibt, ist die Sole unter der Erde des Kurparks. Und nicht nur die: Auch ein Bohrloch, das 97 Meter tief in den Boden reicht, ist bereits vorhanden. „Es ist auf jeden Fall genug Sole für den Umlauf da“, sagt Horschler.

Am früheren Standort könnte das Gradierwerk nicht entstehen. Dort ist jetzt Wohnbebauung. Im Kurpark sind allerdings ausreichend Grünflächen vorhanden. © Dirk Becker © Dirk Becker

Gebaut werden könnte das Gradierwerk allerdings nicht da, wo der 1941 aufgegebene Vorgänger stand. Entlang der Friedrich-Ebert-Straße ist längst Wohnbebauung entstanden. Dahinter aber ist auf den grünen Wiesen Platz – und die historische Verbindung könnte über einen kleinen Salzwasserkanal hergestellt werden, erklärt Horschler. Die Verbindung zur Salz-Geschichte Unnas dürfte ein bedeutendes Kriterium sein, wenn es daran geht, Fördergelder aufzutreiben.

Historie und Moderne könnten über das Gradierwerk miteinander verbunden werden. Gradierwerke, wie es sie andernorts noch gibt – etwa in Werne oder Hamm – üben eine enorme Anziehungskraft aus. Menschen verweilen, atmen die gesunde Luft ein, kommen miteinander ins Gespräch. Das erinnert fast an die Zeit, in der der Unnaer Ortsteil im Norden Unnas noch Bad Königsborn hieß. Andersherum gewinnt das Thema Gesundheit nicht erst in der Corona-Pandemie immer mehr an Bedeutung.

Initialzündung für den gesamten Kurpark

Ausgehend vom Leuchtturmprojekt Gradierwerk könnte, da sind sich die Verantwortlichen im Förderverein sicher, eine Initialzündung für den gesamten Kurpark erfolgen. Wenn der wieder belebter und anders erlebbar wäre, so die Hoffnung, gäbe es auch mehr soziale Kontrolle und weniger Vandalismus.

Noch ist das neue Gradierwerk in Unnas Kurpark eine Idee. Doch die entfacht schon jetzt Begeisterung bei manchen Unnaer Bürgern. Diese Begeisterung soll soweit gehen, dass sich Menschen auch in den neuen Förderverein einbringen – mit den Möglichkeiten, die sich ihnen bieten.

Kontaktaufnahme ist schon möglich

Wer mehr über den Verein erfahren oder sich einbringen möchte, erreicht ihn bereits unter Tel. (02303) 257600 oder per E-Mail an [email protected].

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