Der Kesselwagen aus Unna ist wohlbehalten im Eisenbahnmuseum am Neckar angekommen. Der Rost wird bald verschwunden sein, denn noch in diesem Jahr bekommt er eine neue Lackierung. © Claus-Jürgen Hauf
Eisenbahngeschichte

Neuer Glanz für alten Übungskessel der Unnaer Feuerwehr

Wenn sich Dr. Hauf nicht das Bein gebrochen hätte, wäre es für den Übungskesselwagen der Feuerwehr übel ausgegangen, außerdem hätte es viel Arbeit und Geld gekostet.

Lange Jahre hatte der alte Kesselwagen der Deutschen Bahn hinter einem Gebäude an der Florianstraße gestanden und war für die Gefahrgutausbildung dort auch zunächst sehr nützlich. In den letzten Jahren hingegen wurde er kaum noch genutzt und konnte quasi weg. Das Problem ist, dass man ein zwölf Tonnen schweres Stahlmonstrum nicht mal eben so los wird. „Wir haben zwar einen Schrotthändler gefunden, der uns das gute Stück abnehmen würde, aber nur zerlegt in Teilen“, sagt Thomas Heckmann.

Selbst verschrotten hätte viel Zeit und Geld gekostet

Das, so schätzt der Kreisbrandmeister, hätte mindestens ein Wochenende Schweißarbeiten und eine Menge Schutzgas gekostet. Das konnte sich die Feuerwehr zum Glück nun sparen, denn der Wagen wird weiter bestehen und zwar in der Eisenbahn Erlebniswelt Horb am Neckar. Dr. Claus-Jürgen Hauf ist dort der Geschäftsführende Gesellschafter dieses Museums und war bei einer Recherche im Internet auf den Kesselwagen der Feuerwehr gestoßen. Die Zeit dazu hatte er nur, weil er mit einem Gipsbein im Krankenhaus liegen musste. „Das war reiner Zufall, dass ich da zur rechten Zeit angerufen habe, ein halbes Jahr später hätte ich schon Pech gehabt“, sagt Dr. Hauf und freut sich umso mehr, als er per Telefon davon berichten kann, dass der Wagen wohlbehalten auf dem Gelände des Eisenbahnmuseums eingetroffen ist. „Im Sommer bekommt der Wagen jetzt eine neue Lackierung – schön in dem ursprünglichen Grau – und dann reiht sich der Wagen hervorragend in unsere Sammlung ein.“

Das Eisenbahnmuseum liegt auf dem Gelände eines ehemaligen Rangierbahnhofes. Dort gibt es genügend Platz für die zahlreichen Ausstellungsstücke. © Claus-Jürgen Hauf © Claus-Jürgen Hauf

Bei der Sammlung liegt eines der Hauptaugenmerke neben Triebwagen und Reisezugwagen auf Güterwagen. Dr. Hauf erinnert sich noch sehr gut an seine Kindheit in Stuttgart, als in der Wirtschaftswunderzeit die Güterwagen auch mitten in der Stadt noch allgegenwärtig waren. „Dort gab es überall Gleisanschlüsse, das ist mittlerweile fast alles zurück gebaut worden. Weil der Verkehr fataler Weise mehr und mehr auf die Straße gekommen ist, aber in den 60ern bis in die frühen 80er ist man auch in der Stadt von vielen Güterwagen umgegeben gewesen.“

André Puppe behält beim Verladen des alten Übungs-Kesselwagens der Feuerwehr den Überblick.
André Puppe behält beim Verladen des alten Übungs-Kesselwagens der Feuerwehr den Überblick. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Nun, einer davon – Baujahr 1960 – ergänzt nun die Sammlung. Wenn der alte Übungskesselwagen der Feuerwehr dann in frischem Lack erstrahlt und das Museum nach Corona wieder öffnen kann, lohnt sich vielleicht eine Reise an den Neckar, um sich das riesige Eisenbahnmuseum anzusehen und vielleicht auch dem alten Unnaer Kessel mal „Hallo“ zu sagen.

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