Heisel und Heiner

Neue Werkstatt in Unna: Familienbetrieb rüstet sich für Elektro-Lkw

Es wächst auf dem früheren Sportplatz: Die Kfz-Firma Heisel und Heiner will ihren Neubau im Herbst in Betrieb nehmen. Bald sollen in Unna-Nord die ersten Elektro-Lastwagen repariert werden.
Thomas Jende gewährte einen Blick in seine neue Lkw-Werkstatt. Der Chef von Heisel und Heiner freut sich auf den Start im Neubau – voraussichtlich im Herbst und bestimmt demnächst auch mit Elektro-Lkw. © Marcel Drawe

Eine Werkstatt für Fahrzeuge aller Größen wird im Unnaer Norden Zug um Zug fertig. Die Inhaber von Heisel und Heiner gewährten nun Einblicke in ihren gigantischen Rohbau. Eine große Rolle spielt darin nicht nur Platz, sondern auch Digitalisierung und Elektro-Antrieb – auch für Lkw.

Nach und nach rollen immer mehr E-Autos auch in Deutschland über die Straßen. Elektrischer Antrieb in Fahrzeugdimensionen jenseits des Kombis ist aber noch eher Zukunftsmusik. Doch das soll sich bald ändern. Bei Heisel und Heiner bereitet man sich intensiv darauf vor.

Die Kfz-Firma, die der heutige Inhaber Thomas Jende 2005 übernommen hat, erweitert ihre Kapazitäten wie berichtet mit einem Neubau auf dem früheren Sportplatz an der Hammer Straße in Alte Heide. Allein die künftigen Verwaltungs- und Sozialräume werden so umfangreich wie der ganze Bestandsbetrieb an der Hubert-Biernat-Straße.

Familienbetrieb: Lisa-Marie Jende und ihr Vater Thomas Jende planen den Neubau in Alte Heide gemeinsam. © Marcel Drawe

Werkstatt für Lkw, Transporter, Wohnmobile

Die Werkstatt wird zweigeteilt. In die große Halle können durch fünf Tore Lkw hineinrollen. Auf der anderen Gebäudeseite entsteht die Werkstatt für Autos und Wohnmobile, die allein 420 Quadratmeter umfasst. „Wir wollen hier auch Transporter und Wohnmobile unterbringen“, so Thomas Jende. Das Verreisen mit dem Wohnmobil ist ein Trend, und irgendwo müssen auch diese Fahrzeuge schließlich gewartet und repariert werden. Daher sind die Parkplätze im Pkw-Bereich zehn Meter lang, die Werkstatt innen zwölf Meter.

Weiterbildung soll demnächst für Heisel und Heiner eine noch größere Rolle spielen. Lisa-Marie Jende zeigt den Schulungsraum im Rohbau. © Marcel Drawe

Heisel und Heiner baut Personal auf

Sieben neu eingestellte Kollegen in diesem Jahr erweitern den Mitarbeiterstamm auf 33. „Als ich den Betrieb übernommen habe, waren wir keine zehn Leute“, erinnert sich Thomas Jende an die Anfänge 2005. Unter seinen heutigen Mitarbeitern sind acht Auszubildende und unter anderem eine Fachkraft für Caravan- und Freizeitfahrzeuge sowie ein Elektroinstallateur für Wohnmobile.

Technisch und personell bereitet sich der Betrieb vor allem auch auf das Thema Elektromobilität vor. Mitarbeiter wurden und werden geschult – im Neubau demnächst auch in eigenen Schulungsräumen. Spezielles Werkzeug für die moderne Antriebstechnik wird angeschafft. „Hier ist alles Richtung Zukunft ausgelegt“, sagt Juniorchefin Lisa-Marie Jende. Die Lkw-Werkstatt ist so groß, dass an rund einem Dutzend Lastern gleichzeitig gearbeitet werden kann. Und sie bietet ausreichend Platz zum Rangieren: Die Batterie eines Elektro-Lkw werde voraussichtlich mehrere Tonnen wiegen, so Thomas Jende. Muss sie ausgebaut werden, geht das demnächst nur mit Gabelstapler.

Infotag

Alles über Elektro-Lastwagen

Am „Tag der alternativen Antriebe“ gibt es auf dem neuen Gelände von Heisel und Heiner Informationen zum Thema Elektromobilität im Nutzfahrzeugsektor. Firmenkunden erwarten Vorträge, und serienreife E-Nutzfahrzeuge können getestet werden.

Termin: Dienstag/Mittwoch, 23./24. August, ab 11 Uhr; Adresse: Dreherstraße 12

Zukunft auch bei Lkw elektrisch

Jendes rechnen fest mit Großfahrzeugen ohne Verbrennungsmotor. Renault und Volvo, deren Vertragswerkstatt Heisel und Heiner ist, würden bereits E-Nutzfahrzeuge bis 44 Tonnen Gewicht in Serie fertigen. Umfangreiche staatliche Förderung für Unternehmen, die solche Laster kaufen, sollen dem Thema ähnlich wie im Pkw-Bereich jetzt Rückenwind geben. „Wenn die Fahrzeuge im Markt sind, sind wir vorbereitet“, sagt Lisa-Marie Jende.

In diesem Teil der Werkstatt sollen Lkw geprüft werden. Nebenan sind vier ebenso lange Arbeitsplätze, an denen bis zu zwölf Fahrzeuge gleichzeitig repariert werden können. © Marcel Drawe

Und im Idealfall kommt der Strom vom Dach: Der Neubau wird nach Kfw-55-Standard gebaut, soll also besonders energieeffizient sein. Anstelle einer Klimaanlage wird Beschattung für die Sonnenseite geplant, und auf die Dachflächen kommt Photovoltaik. An mehreren Ladepunkten auf dem Gelände können elektrische Betriebs- und Kundenfahrzeuge aufladen.

Unna am Abend

Täglich um 18.30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.