Hilfe auch für Kamen: Neue Rettungswache im Norden von Unna wird größer und teurer

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Als Provisorium ist die Rettungswache für den Norden von Unna schon im Betrieb. Der Bau eines festen Stützpunktes wird teurer als angenommen – auch deshalb, weil Unna Nachbarschaftshilfe leistet.

Unna

, 22.06.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr Fahrzeuge und Besatzungen an mehreren Standorten im Stadtgebiet verteilt – mit dieser Strategie will Unna sicherstellen, dass Rettungskräfte zuverlässig schnell genug an allen Einsatzorten sind.

Die „Rettungswache Nord“ bei Alte Heide ist als erste Umsetzung dieser Strategie vor zwei Jahren in Betrieb gegangen. Zunächst griff die Stadt zu einem Provisorium, um schnell handlungsfähig zu werden: Ein Baustellenbüro und ein Carport sind die Infrastruktur für eine feste Stationierung des Rettungsdienstes im Norden des Stadtgebietes. Damit aus dem Provisorium ein fester Stützpunkt wird, muss die Stadt nun aber mehr Geld ausgeben als zunächst angenommen.

Kosten steigen auf 1,33 Millionen Euro

War zunächst von 825.000 Euro die Rede, veranschlage die Stadt nun 1,33 Millionen Euro, wie der zuständige Beigeordnete Dirk Wigant nun der Politik bekanntgab. Grund für die Teuerung ist allerdings nicht allein die allgemeine Entwicklung der Baukosten. Die Anlage müsse auch größer werden und leistungsfähiger.

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Entscheidender Faktor dabei ist, dass die Stadt Unna von ihrem Stützpunkt im Norden aus mehr Einsätze in Teilen von Kamen fahren soll. Dafür soll ein zusätzliches Fahrzeug mit Besatzung bei Alte Heide in Bereitschaft gehen. Statt einem Rettungswagen plus Reservefahrzeug müsse der Neubau daher Platz für zwei Fahrzeuge plus Reserve bieten.

Dementsprechend müssen die Räume auch für ein doppelt so starkes Personal ausgelegt werden. Und: Eine neuere Norm schreibt inzwischen mehr Bewegungsfläche pro Kopf vor.

Rettungsdienst dezentraler und somit näher an den Menschen

Ungeachtet der höheren Baukosten und der veränderten Pläne soll der Zeitplan für den Neubau der Rettungswache beibehalten werden. Im Frühling 2022 könnte der Rettungsdienst dort einziehen. Die Ausgaben werden über die Gebühren umgelegt, letztlich also von Leistungsträgern wie den Krankenkassen getragen.

Mit der Stationierung von sofort verfügbaren Rettungsdienstkräften bei Alte Heide weicht die Stadt von ihrem bisherigen Prinzip ab, die 24-Stunden-Bereitschaft durch hauptamtliche Kräfte allein von der Feuer- und Rettungswache an der Florianstraße aus zu gewährleisten. Dichterer Verkehr und mehr Tempo-30-Strecken hatten es zunehmend schwierig gemacht, die entlegeneren Teile der Stadt innerhalb der gewünschten Zeitziele zu erreichen, sodass es nun sinnvoll erscheint, zumindest mit den Rettungsdienstkräften auch in die Peripherie zu gehen. Auch für die Abdeckung des Unnaer Ostens plant die Stadt nun eine kleine Rettungswache an der B1.

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