Neue Nutzer gesucht für das Kleinod am Unnaer Kurpark

dzBahnhof Königsborn

Der Bahnhof in Königsborn hat Potenzial, aber es ist unklar, wie es sich nutzen lässt. Eigentümer Hans Werner Hortig will das Gebäude auch ohne den RS1 beleben und sucht einen neuen Mieter.

Unna

, 06.11.2018, 14:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Baudenkmal an der Hubert-Biernat-Straße steht für den wirtschaftlichen Aufstieg Königsborns. Güter der Schwerindustrie im Ruhrgebiet sollten über dieses Bahngleis nach Osten rollen. Aber schließlich kamen auch Kurgäste und Ausflügler dort an, um im Kurpark von Bad Königsborn das Leben zu genießen. All dies ist längst Geschichte, der Bahnhof ein ganz normaler Haltepunkt der S-Bahn. Doch seit einiger Zeit gibt es Gedankenspiele für eine Wiederbelebung des Gebäudes. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der geplante Bau eines Radschnellweges durchs Ruhrgebiet („RS1“). Er würde in Königsborn entlang der Bahnlinie führen. Der Bahnhof könnte zum Knotenpunkt für Bus-, S-Bahn und Fahrradverkehr werden.

Eigentümer will Entwicklung einem Nachfolger überlassen

Gebäudeeigentümer Hans Werner Hortig zeigt sich aufgeschlossen, diese Gedanken mitzudenken, steht selbst im Kontakt mit Unnas Wirtschaftsförderer Martin Bick. Allerdings muss „Mitdenken“ in seinem Fall nicht auch „Mitwirken“ bedeuten. Hortig sucht seit einiger Zeit einen Käufer für die Immobilie. Er sei 60, und angesichts der zeitlichen Perspektiven für den Radschnellweg erscheine es ihm sinnvoller, die Immobilie in andere Hände zu geben. Wann Unna Anschluss an eine Fahrradautobahn bekommt, ist derzeit nicht abzusehen. Ein kompliziertes Planfeststellungsverfahren dürfte das Projekt in jedem Fall verzögern.

Gebäude steht zum Verkauf, Fläche zur Vermietung

Zumindest bedeuten Hortigs Verkaufsabsichten aber nicht zwingend den weiteren Stillstand. Das Bistro Insider, das Hortig und sein Geschäftspartner zuletzt noch für geschlossene Gesellschaften betrieben hatten, ist inzwischen geräumt und abgemeldet. Nun allerdings bietet er die Gastronomiefläche zur Neuvermietung an. Denn eine Vermietung spreche nicht gegen den Verkauf – im Gegenteil, werde die Immobilie dadurch für Kapitalanleger vielleicht noch interessanter.

RS1 würde mehr Menschen dorthin führen

Und möglicherweise bringen auch die Pläne der Stadt günstige Perspektiven für die Zukunft. Neben dem S-Bahn-Halt dürfte der Radweg weitere Menschen an dem Gebäude vorbeiführen, die vielleicht als Kunde einer gewerblichen Nutzung infrage kämen. Außer der Frage nach dem Bau des Landesradweges von Hamm nach Duisburg sind dafür allerdings noch einige Probleme zu lösen. Eines der größten ist, dass der RS1 auf der gegenüberliegenden Seite der Bahngleise liegen würde und es einen kleinen Bahnübergang bräuchte, um Radfahrer ohne zu großen Umweg vom RS1 zum Bahnhofsgebäude zu führen.

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