Neue Initiative gegen schnelles Fahren: Über 40 Unnaer unterschreiben für mehr Ruhe

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Wenn es nach Anwohnern der Hansastraße geht, dann gilt dort künftig auch Tempo 30. Die Unnaer klagen über Lärm. Und sie haben Sorge um ihre Sicherheit.

Unna

, 30.08.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Gruppe von Anwohnern der Hansastraße setzt sich für eine Beruhigung des Verkehrs ein. Eine Familie hat ein Tempolimit von 30 beantragt und für ihr Anliegen einige Befürworter gefunden. Mehr als 40 Unterstützerunterschriften dürfen den Behörden als Beleg gelten: Hier wünschen sich Bürger eine Veränderung. Ob und wann sie eintritt, ist bisher völlig offen.

Neidischer Blick auf den Lärmaktionsplan

Lina Sickmann, die den Stein ins Rollen bringt, beschreibt sich selbst als „Mutter einer jungen Familie mit dem dringlichen Wunsch auf ein reduziertes Tempolimit in unserer Straße“. Sie hatte weitere Schritte des Lärmaktionsplans zur Kenntnis genommen: In Unna soll auf mehr Straßen das Maximaltempo auf 30 Stundenkilometer reduziert werden, was laut dem städtischen Lärmgutachter als effektives Mittel zum Schutz vor Straßenlärm gilt. Die Hansastraße bleibt in diesen Planungen allerdings bisher außen vor.

Landesstraße

Stadt Unna ist zuständig

  • Die Hansastraße ist eine Landesstraße. Dennoch ist die Stadt Unna als Straßenverkehrsbehörde zuständig, wie die Pressestelle bestätigt. Die Stadt kann ein neues Tempolimit anordnen. Die Stadtverwaltung ist also zunächst Adressatin dieses Antrags.
  • Ob und wann der Wunsch nach Tempo 30 umgesetzt wird, ist jetzt offen. Sollten die Anwohner die Stadt überzeugen, müsste diese wiederum mit Straßen NRW in Verhandlungen treten. Dieses Thema erwies sich bereits an einigen Stellen als schwierig. Die Landesbehörde ist eher daran interessiert, dass Verkehr auf den Hauptverkehrsachsen zügig unterwegs ist.
  • Unmöglich ist Tempo 30 aber auch auf Landesstraßen nicht. Die direkt benachbarte Friedrich-Ebert-Straße zeigt es.

Hier Beschleunigung, dort plötzliches Abbremsen

Die Antragstellerin führt nun einige Punkte ins Feld, warum Tempo 30 eingerichtet werden sollte, zumindest auf dem rund 300 Meter langen vom Kreishauskreisel bis zur Bornstraße. Nach ihrer Beobachtung beschleunigen viele Autofahrer nach Ausfahrt aus dem Kreisel enorm, womöglich weil sie zuvor lange am Kreisel warten mussten. Der Zebrastreifen an der Unteren Husemannstraße werde häufig ignoriert. „Selbst mit Kinderwagen und Hund wird man gerne übersehen“, schreibt Sickmann. Schon das Seniorenheim Haus Husemann, das an dieser Ecke steht, ist aus ihrer Sicht Grund genug für ein Tempolimit.

Sickmann beschreibt ein weiteres Phänomen, das mit dem Zuschnitt der Straße zu tun hat: Aus Richtung Massen verengt sich die Straße an dieser Stelle, und der Fahrradweg endet. Plötzliches Abbremsen von Auto- und Radfahrern führe oft zu Beinahe-Unfällen. Viele Radfahrer führen schnell auf dem Gehweg weiter, was die Gefahr für Fußgänger erhöhe.

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Lärm durch Schwerverkehr

Lärm und Erschütterungen, so Sickmann, seien besonders deswegen ein Problem, weil viel Schwerlastverkehr über die Hansastraße rolle. Diese habe Unebenheiten, die das Rappeln verstärken.

Tempo 30 würde nach ihrer Einschätzung „Stop-and-Go-Phasen“ verringern und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern erleichtern. Insgesamt versprechen sich Sickmann und ihre Nachbarn davon mehr Verkehrssicherheit und mehr Lebensqualität. Zumindest sei das wünschenswert bis zur Fertigstellung der geplanten Westtangente.

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