Neue Beschilderung birgt Knöllchen-Gefahr

Behindertenparkplatz in Unna

Fünf Parkplätze gibt es an der Josef-Ströthoff-Straße für Behinderte. Die Parkerleichterung gilt lediglich für die Inhaber von Behindertenparkausweisen, was bedeutet: Alle anderen parken dort widerrechtlich und werden zur Kasse gebeten, wenn sie erwischt werden. Und neuerdings bemerken viele offenbar nicht, dass sie in Knöllchen-Gefahr schweben.

Unna

von Stephanie Tatenhorst

, 25.07.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Beschilderung birgt Knöllchen-Gefahr

© UDO HENNES

„Das kostet 35 Euro“, weiß Patrizia Vincimusca. Seit einigen Tagen hat die Anwohnerin nämlich ein neues „Hobby“: Von ihrem Balkon aus weist sie unzählige Falschparker darauf hin, dass es sich bei dem vermeintlich freien Stellplatz um einen Behindertenparkplatz handelt. „Am Sonntag waren es 40“, hat sie mitgezählt. Zumeist erntet sie ein Dankeschön. Vielen Autofahrern erschließt sich die neue Beschilderung nämlich erst auf den zweiten Blick. Wer nicht hören will, hat schnell ein Andenken der dort regelmäßig patrouillierenden Ordnungsamtsmitarbeiter hinter dem Scheibenwischer – und wird zur Kasse geben. „Für einen Mann waren die 35 Euro ein richtiger Schock“, beobachtete Vincimusca. Eine Mutter packte kurzerhand Kind und Kinderwagen wieder ins Auto und parkte um, nachdem sie die Warnung vom Balkon gehört hatte.

Stadt hat Beschilderung verändert

Vor knapp zwei Wochen hatte die Stadt die Beschilderung verändert. „Dort gibt es nun zwei spezielle Schwerbehindertenparkplätze für Anwohner, die nicht auf dem eigenen Grundstück für einen Stellplatz sorgen können“, erklärt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld, warum die beiden linken der insgesamt fünf Stellplätze mit dem Zusatzzeichen 1044-11 versehen wurden und neben dem Rollstuhlfahrersymbol nun die Beschriftung „mit Parkausweis Nr. ...“ aufweisen. Für die restlichen drei Parkplätze gibt es am rechten Rand der Parkboxen das entsprechende Verkehrsschild mit einem nach links zeigenden Pfeil und dem Hinweis „3 Plätze“. Je nach Perspektive des Autofahrers, der in die schräg angelegten Parkboxen fährt, scheint sich dieses Schild jedoch auf die Parkplätze links von ihm zu beziehen. Er wähnt sich im Recht, parken zu dürfen.

Doch wer zählt, stellt schnell fest, dass links vom eigenen Auto nur noch zwei Parkplätze zu finden sind, das Schild aber auf drei hinweist. Und wer sich die Mühe macht, zu überprüfen, wo die Stange des Straßenschildes im Boden versinkt, der stellt ebenfalls fest, dass es nahezu auf der gleichen Höhe ist wie die rechte Markierung der Parkbox und diese damit eindeutig in das Zeichen einschließt.

„Die Verkehrsbegrenzung beginnt mit dem Schild“, erklärt Stadtsprecher Ueberfeld. Man könne vom Autofahrer erwarten, dass er aussteige und kontrolliere, „ob er dort auch wirklich parken dürfe.“

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