Baumschutz bleibt in Unna eine freiwillige Leistung

dzSatzung außer Kraft

Ein Fällverbot für Bäume ab einer bestimmten Größe ist in Unna weiterhin unwahrscheinlich. Denn statt einer Rückkehr der Baumschutzsatzung erlebt die Stadt eine Auferstehung der „Groko“.

Unna

, 12.11.2019, 14:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Baumschutzsatzung bleibt in Unna das, was sie seit 2014 ist: Eine freiwillige Selbstverpflichtung der Stadt für ihren Umgang mit dem eigenen Grün, darüber hinaus aber abgeschafft.

Ein Antrag der Bündnisgrünen, das Fällverbot für Bäume einer bestimmten Größe wieder in Kraft zu setzen, wird wohl keine Mehrheit finden. Nach der CDU hat sich nun auch die SPD zu dem Antrag festgelegt – und dagegen ausgesprochen.

Die Sozialdemokraten hätten hinsichtlich des Baumschutzes „Vertrauen in Verantwortungsbewusstes Handeln der Bürgerinnen und Bürger“, heißt es zur Begründung in einer Mitteilung der SPD-Ratsfraktion. Ein Fällverbot lehne die SPD ab.

Stattdessen spricht sie sich für die Förderung von Anpflanzugen auf städtischen Flächen aus. Zudem könnten Baumpatenschaften und Aufklärungsarbeit dazu beitragen, dass Unna auf lange Sicht grüner wird.

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Ein wesentliches Argument gegen die Wiedereinführung der Baumschutzsatzung scheint für CDU und SPD zu sein, dass die Satzung auch überwacht und Ausnahmeanträge bearbeitet werden müssten. Dafür braucht es Personal, das finanziert werden muss.

Vom Rathaus aufgefordert, einen Finanzierungsvorschlag aufzuzeigen, hatten die Grünen beispielsweise auf die 60.000 Euro hingewiesen, die der jüngste Entschluss zur Kürzung der Fraktionszuwendungen einbringen würde. Diese mühsam erkämpfte Einsparung aber wollen weder SPD noch CDU gleich wieder hergeben.

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Mit der Abschaffung der Baumschutzsatzung hatten die Grünen schon von Anfang an ein großes Problem. Inzwischen aber haben Klimaschutzthemen eine andere Aktualität und Brisanz. Angesichts des „natürlichen“ Verlustes kranker Bäume wollen die Grünen zumindest dem freien Einsatz der Kettensäge Einhalt gebieten.

Bis 2014 Fällverbot für Bäume ab 100 Zentimetern Stammumfang

Bis 2014 gab es in Unna eine Satzung, die viele Bäume ab einer bestimmten Größe auch auf Privatgrundstücken unter Schutz stellte. Ursprünglich galt dieser Schutz für Gewächse mit einem Stammumfang von mehr als 80 Zentimetern in einem Meter Höhe über dem Boden, zum Schluss ab 100 Zentimetern.

Ausgenommen waren Nutzgehölze wie etwa Obstbäume. Wer einen derart geschützten Baum fällen wollte, ohne sich einer Ordnungswidrigkeit schuldig zu machen, musste einen Antrag an die Stadt stellen.

Nach Einschätzung der Grünen sind nach der Aufhebung der Satzung in Unna viele Bäume gefällt worden. Belastbare Zahlen gibt es aber nicht, da die Fällungen nicht mehr angezeigt werden mussten.

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