A44 bekommt vor dem Ausbau schon einmal eine neue Fahrbahn

dzBetonplatten zerbrechen

Vor einem Ausbau gibt es für die A44 bei Unna bereits einen Neubau: Die Betonplatten weichen echtem Asphalt. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten laufen.

Unna

, 15.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass die Fahrzeugmassen auf der A44 in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich zugenommen haben, zeigen nicht nur die Daten der Verkehrszählungen. Zunehmend ist es auch der Zustand des Untergrundes, an dem die höhere Belastung Spuren hinterlässt. Die alten Betonplatten gehen immer häufiger zu Bruch. Straßen NRW plant für 2020 einen Neubau – mit richtigen Asphalt.

Auf einer Strecke von rund viereinhalb Kilometern soll die Fahrbahn neu aufgebaut werden. Betroffen ist die Strecke zwischen den Autobahnkreuzen Dortmund/Unna und Werl in beiden Fahrtrichtungen. Los gehen wird es voraussichtlich auf der Seite in Richtung Kassel, die vom Zustand her noch etwas schlechter dran ist. Zwischen März und dem Jahresende sollen die Arbeiten erfolgen.

Angst vor unkontrollierten Schäden mit Vollsperrung

Die Ankündigung der Straßen-NRW-Niederlassung in Hamm überrascht, planen die Kollegen der Niederlassung in Meschede doch auch einen sechsstreifigen Ausbau der Autobahn. Der Hammer Niederlassungsleiter Dieter Reppenhorst erklärt den Schritt mit dem schlechten Zustand der Autobahn.

„Es ist wirklich dringend nötig. Wir haben Angst, dass es unkontrollierte Schäden geben könnte, die dann plötzliche Sperrungen erforderlich machen.“ Und Reppenhorst ergänzt: Beide Maßnahmen stehen im Einklang miteinander. Beim Neubau der heutigen Autobahn würden bereits Standards für die Schichtstärken gewählt, die eine spätere Verbreiterung des Bauwerks ermöglichen.

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Das A44-Teilstück zwischen Unna und Werl ist 1972 freigegeben worden. Der Fahrbahnbelag besteht zum Teil noch aus Betonplatten. Ihre Fugen sind bei der Fahrt über die Autobahn bei Unna zu spüren und zu hören. Doch es sind nicht die Abstände zwischen den Platten, die Straßen NRW Sorgen bereiten. Inzwischen brechen die Platten, und an den Bruchstellen entstehen Kanten, die eine Unfallgefahr schaffen würden, wenn sie nicht behandelt werden.

Diese Behandlung jedoch wird immer schwieriger. Straßen NRW geht die Plattenschäden bevorzugt in kurzen Nachtbaustellen an, um den Verkehr nicht zu den Spitzenzeiten zu belasten. Doch mit einer Häufung von Schäden wächst auch das Risiko, dass dies irgendwann einmal nicht mehr möglich sein wird.

Im vergangenen Jahr hat die Autobahnniederlassung in Hamm 55 Platten in Nachtschicht ausgebessert. 2019 waren es bereits 65 Platten – bis jetzt.

Offensichtlich liegt es nicht allein am Material, dass die Platten schwächeln. Der Unterbau, auf dem sie liegen, stammt aus Zeiten mit deutlich weniger Verkehr und ist daher offenbar zu schwach.

Umbau der B1-Ampelkreuzungen wird vermutlich zurückgestellt

Für Unna können die Arbeiten unterschiedliche Bedeutungen haben. Zum einen geht es darum, die Autobahn im Süden der Stadt nachhaltig zu sichern. Doch während der Bauzeit besteht auch die Gefahr, dass viele Kraftfahrer die Autobahnbaustelle durch einen Wechsel auf die B1 umgehen.

Straßen NRW hält das für durchaus denkbar und wird daher vermutlich die geplanten Umbauarbeiten an Kreuzungen der Bundestraße verschieben. Der Baufirma für die Sanierung der A44 will der Landesbetrieb mit einem Bonus antreiben für jeden Tag, den die Arbeiten vorzeitig zum Abschluss kommen. Niederlassungsleiter Reppenhorst bittet Autofahrer und Anlieger um Verständnis: Sollten die Schäden auf der Autobahn eine ungeplante Vollsperrung nötig machen, wären die Auswirkungen für das Umland ebenfalls spürbar.

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