Naturschützer kritisiert sorgloses Geocaching ohne Rücksicht auf Tiere und Pflanzen

dzGeocaching

Geocaching ist ein Trend, der viele aus dem Wohnzimmer wieder in die Natur gezogen hat. Doch hier liegt auch die Schattenseite der modernen Schatzsuche: Ein Naturschützer aus Unna mahnt.

Unna

, 27.06.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Naturschützer aus Unna kritisiert den zu sorglosen Umgang von Geocachern mit den Grundsätzen des Naturschutzes. Bei der modernen Schatzsuche sollen Tiere und Pflanzen nicht gefährdet werden.

Freizeitbeschäftigung mit immer mehr Fans

Während ein Sonntagsspaziergang an sich für Kinder und Jugendliche nicht mehr unbedingt „trendy“ ist, lassen sich viele mit Geocaching inzwischen wieder nach draußen locken. Die Freizeitbeschäftigung hat in den vergangenen Jahren weltweit zunehmend Anhänger gefunden. Sie funktioniert so: Jemand versteckt irgendwo draußen eine wasserdichte Dose. Sie enthält meist einen kleinen Notizblock. Findet jemand diesen „Schatz“, notiert er seinen Namen als Beweis seines Erfolgs.

Suche mit digitaler Technik

Bei der Suche hilft Satelliten-Navigation. In Internetseiten und Apps vermerkt der Verstecker den Standort seines „Caches“, wie die Schatzdose genannt wird. Sucher wiederum nutzen die moderne Technik, um die Dose zu finden. Sie können sich digital eine Karte anzeigen lassen, auf der alle Schatzstandorte in ihrer Nähe sichtbar sind.

Meist sieht ein Geocache so aus: In einem wasserdichten Behälter steckt das „Logbuch“.

Meist sieht ein Geocache so aus: In einem wasserdichten Behälter steckt das „Logbuch“. © Archiv

Der Reiz besteht für viele darin, möglichst zahlreiche „Caches“ zu entdecken. Und meist ist auch die Suche vor Ort spannend: Mitunter muss ein präparierter Stein entdeckt werden, ein Stück Baumrinde, unter dem ein Hohlraum verborgen ist, oder etwas anderes, das dem normalen Spaziergänger gar nicht auffällt.

Herumwühlen in Baumhöhlen

Einige Verstecke verlangen dem Sucher ein gewisses Geschick ab, andere Kletterkünste oder den Einsatz von Werkzeug. Und mancher Geocacher zerstört dabei ein Stück Natur, meint Andreas Förster vom Naturschutzbund (Nabu). Der Billmericher mahnt, dass bei dieser wie bei anderen Freizeitbeschäftigungen auch auf den Naturschutz geachtet werden muss. Die Sucher wühlten nicht selten in Baumritzen oder -höhlen herum und könnten so, womöglich ohne es zu wollen, auch mal ein Vogelnest zerstören. „Wir sind schließlich immer noch in der Brutsaison“, sagt Förster.

Appell: Umsichtig mit Natur umgehen

Auch später im Jahr aber fordert er einen umsichtigeren Umgang mit der Natur. Wo Dutzende von Freizeit-Schatzsuchern einen Waldrand durchkämmen, hinterlassen sie oft einen erkennbaren Trampelpfad. „Wenn sie dabei seltene Pflanzen zertreten, kann schnell eine ganze Population zerstört werden“, sagt Förster. Geocaching sei „sicher ganz interessant, und ich will das nicht verteufeln“, sagt der Naturschützer. „Aber Naturschutzbelange müssen berücksichtigt werden.“ So gilt zum Beispiel innerhalb eines Naturschutzgebietes, dass Wege nicht verlassen werden dürfen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Herz Jesu Königsborn
Fassade, Dach und Reinigung: Kirchturm soll Schritt für Schritt saniert werden