Nacht der offenen Kirchen in Königsborn: Gut besucht trotz Einschränkungen

dzNacht der offenen Kirche(n)

Obwohl die Nacht der offenen Kirchen dieses Jahr dank Corona ins Wasser fiel, entschied sich die evangelische Kirchengemeinde in Königsborn einen Beitrag zu leisten, unter eingeschränkten Bedingungen.

von Tom Schneider

Königsborn

, 01.06.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist Pfingsten, die Kirchen haben zu. Auch die alle zwei Jahre stattfindende Nacht der offenen Kirche fiel dieses Jahr ins Wasser. Allerdings nicht überall; in Königsborn wollte die evangelische Gemeinde diese Aktion wenigstens etwas zelebrieren. Die Christuskirche freute sich am Sonntagabend deshalb über einige Besucher und etwas Normalität.

„Zweifellos?!" - unter diesem Motto stand der Abend. „Eingeladen sind alle Zweifelnden und Zweifellosen von 0 bis 100 Jahren", so die Gemeinde. Zusammen mit den Gästen wurden hier Zweifel aufgegriffen und darüber nachgedacht. Passend zu Christi Himmelfahrt und Pfingsten dazu ging es auch um die Bibelgeschichte des ungläubigen Thomas, welcher an Jesus‘ Wiederauferstehung zweifelte. Gleichzeitig konnte die neue, buten Innenbeleuchtung der Christuskirche bewundern.

Gottesdienst in Stationen

Das Format des Abends musste vorsichtig gewählt werden. Ein Gottesdienst, ein Konzert oder geselliges Zusammensein mit Essen und Trinken, sind normalerweise üblich für die Nacht der offenen Kirchen. Stattdessen konnte man an einem Stationen-Gottesdienst teilnehmen.

Das bekannte "Einbahnstraßensystem" wird auch in der Nacht der offenen Kirchen umgesetzt.

Das bekannte "Einbahnstraßensystem" wird auch in der Nacht der offenen Kirchen umgesetzt. © Tom Schneider

In bekannter Gleitzeitmanier kamen und gingen die Besucher, wann sie wollten, und durchliefen den Abend rund um den Zweifel im eigenen Tempo. Die Hygiene-Maßnahmen werden dadurch eingehalten. Pfarrerin Kristin Busch-Zimmermann zieht Fazit: „Das Konzept funktioniert, es wird Abstand gehalten und zu allem Überfluss spielt das Wetter noch mit."

Organisiert wurde der Abend von Pfarrerin Busch-Zimmermann und den Jugendlichen aus dem Jugendzentrum Taubenschlag. Die einzelnen Stationen des Stationen-Gottesdienstes wurden von den Jugendlichen in den letzten Tagen und Wochen konzipiert. Es sollte „mal etwas anderes" werden. „Unsere Jugendlichen hatten auch einfach mal wieder Lust etwas zu machen", so Busch-Zimmermann.

Viele Gemeinden mit Regelbetrieb überfordert

Seit April war die Nacht der offenen Kirchen in Planung, vergebens. Dass die Nacht der offenen Kirchen dieses Jahr nur in Königsborn stattfindet, liegt daran, so heißt es vom Kirchenkreis Unna, dass viele Gemeinden schon mit ihrem Regelbetrieb in Coronazeiten überfordert sind.

Um zu erleben wie eine Nacht der offenen Kirchen ohne Corona aussieht, muss man sich die vergangenen Jahre anschauen. Offenes Singen, Mitbring-Tafel, ökumenische Begegnungen, Grillen oder Wanderungen und das Licht der Kirche nach Sonnenuntergang genießen. „Das war in den letzten Jahren schon immer etwas ganz Besonderes", sagte Dietrich Schneider vom Ev. Kirchenkreis Unna schon vor zwei Jahren.

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