Nach Kunert-Rücktritt: Keuchels Testlauf im Krisenmodus

dzPolitik

Wenn die Fraktionsvorsitzende zurücktritt, kann das eine Partei ins Wanken bringen. Bei Bündnis 90/Die Grünen will Bürgermeisterkandidatin Claudia Keuchel beweisen, dass sie krisenfest ist.

Unna

, 09.07.2020, 16:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war die große Nachricht des Mittwochs in Unna: Charlotte Kunert tritt von ihren Ämtern zurück, legt wie Sacit Soyubey ihr Ratsmandat nieder. Das muss die Grünen erschüttern, mag man meinen. Die Partei aber blickt lieber nach vorn – allen voran Claudia Keuchel.

Die Massenerin ist nicht nur Bürgermeisterkandidatin ihrer Partei, sondern seit dem 18. Dezember 2019 auch Sprecherin des Ortsverbandes Unna. Ihr kommt nach dem Kunert-Rücktritt die Aufgabe zu, das grüne Personal neu zu ordnen.

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Wie der kommissarische Fraktionschef Karl Dittrich und die zurückgetretene Charlotte Kunert selbst äußert sie sich nicht näher zu den Hintergründen des Rücktritts. Alle zeigen sich zugeknöpft, verweisen auf die gemeinsame Erklärung.

Es müssen aber gravierende Gründe sein, die eine erfahrene und sturmerprobte Frau wie Charlotte Kunert zum Rücktritt bewegen.

Bürgermeisterkandidatin richtet den Blick nach vorn

„Mein Blick geht nicht zurück, sondern nach vorn. Es geht um viel Wichtigeres als um meine Person. Wir stehen vor der Bewältigung der größten gesellschaftlichen Herausforderungen und das durch die Corona-Pandemie mehr denn je“, erklärt Keuchel, gefragt nach den Auswirkungen des Rücktritts auf ihren Wahlkampf. „Da heißt es für mich jetzt erst recht Ärmel hochkrempeln.“

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Der Wahlkampf in Corona-Zeiten ist ohnehin schwierig. Keuchel freut sich, dass sie zumindest im kleinen Rahmen wieder mit Menschen ins Gespräch kommen und sich vorstellen kann. Eher unverhofft kommt ihr jetzt auch noch die Aufgabe der Neuordnung in ihrer Partei zu.

Keuchel signalisiert, dass das keine großen Probleme machen wird. Ende nächster Woche sollen die Nachfolgekandidaten für die Kommunalwahl am 13. September feststehen. Mit Gudrun Bürhaus und Manfred Hartmann stehen die Nachrücker für den Unnaer Stadtrat bereits fest.

Claudia Keuchel als Krisenmanagerin

Und dennoch: Keuchel muss sich jetzt als Krisenmanagerin beweisen – fast schon so etwas wie ein Testlauf für eine mögliche Bürgermeistertätigkeit. Keuchel weiß das: „Wer Bürgermeisterin werden, will darf vor Krisen nicht bange sein. Ich stelle mich dem, weil ich fest daran glaube, dass ich, dass wir mit unserer Politik für die Bürgerinnen und Bürger Unna am besten in die neue Zeit führen können und dabei die Menschen mitnehmen.“

Zunächst aber muss Keuchel vor allem dafür sorgen, dass sie auf dem Weg zu den Kommunalwahlen keine weiteren grünen Unterstützer verliert.

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