Nach Gerüchten: Vizebürgermeister Weber verlässt die CDU-Fraktion

dzPolitik

Wegen Gerüchten über seine Person, er wolle Geschäftsführer der WBU werden, hat Frank-Holger Weber die CDU-Fraktion verlassen. Er sei „schwer enttäuscht“.

Unna

, 01.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Vizebürgermeister Frank-Holger Weber hat die CDU-Fraktion im Rat Unna verlassen. Der Grund: Über ihn seien aus den Reihen der Fraktion Gerüchte in die Welt gesetzt worden, die jeglicher Grundlage entbehrten. „Mir wurde zugetragen, dass in der Fraktion behauptet würde, ich wolle Geschäftsführer der WBU werden und wäre dafür sogar bereit, in die SPD einzutreten“, sagt Weber im Gespräch mit unserer Redaktion.

„Ich bedauere das sehr, aber ich sehe keinen anderen Weg, um diese Gerüchte zu entkräften.“
Frank-Holger Weber

Ende der vergangenen Woche habe er erstmals diese Gerüchte gehört und im Laufe der aktuellen Woche gemerkt, wie sehr sich diese verbreiteten. „Da ist Unna wirklich ein Dorf.“ Daher sei er am Freitag zu dem Entschluss gekommen, aus der Fraktion auszutreten. „Ich bedauere das sehr, aber ich sehe keinen anderen Weg, um diese Gerüchte zu entkräften“, so Weber.

WBU-Geschäftsführer zu werden, passe nicht zu seiner Lebensplanung

Weber ist Aufsichtsratsvorsitzender der WBU - aber woher die Idee stamme, dass er deswegen Ambitionen habe, deren Geschäftsführer zu werden, kann sich der CDU-Poltiker nicht erklären. „Das passt überhaupt nicht zu meiner Lebensplanung. Ich bin 61 Jahre, habe als Geschäftsführer einer Immobiliengesellschaft genug zu tun und hatte nicht vor, so absehbar vor der Rente noch meinen Beruf zu wechseln.“

Mitglied der Partei CDU werde er bleiben - damit ist klar, dass er sich keiner anderen Fraktion im Unnaer Rat anschließen wird. „Meine Entscheidung hat ja nichts mit der Partei zu tun, sondern mit dem, was in der Fraktion passiert.“ Auch Vizebürgermeister wolle er bleiben. „In das Amt bin ich als Person gewählt worden, da sehe ich keinen Zusammenhang zu meinem Entschluss, die CDU-Fraktion zu verlassen.“

Verhältnis zu Fraktions-Chef Fröhlich sei jetzt „gestört“

Wer glaubt, die CDU zerlege sich nun selbst, der irrt. Wir werden weiter arbeiten wie bisher, jetzt leider mit einem Fraktionsmitglied weniger.“
Rudolf Fröhlich, Fraktionsvorsitzender der CDU

Sein Verhältnis zu Fraktionsvorsitzenden der CDU, Rudolf Fröhlich, bezeichnet Weber als „gestört“. Natürlich werde er ihn weiterhin grüßen, er sei allerdings sehr enttäuscht von Fröhlich, was die Situation in der Fraktion betreffe.

Fröhlich selbst zeigte sich vor allem von dem Zeitpunkt von Webers Austritt aus der Fraktion überrascht: „Es gab Anzeichen dafür, aber jetzt habe ich damit nicht gerechnet.“ Zu Gerüchten äußere er sich grundsätzlich nicht. Es habe aber Differenzen grundsätzlicher Art zwischen Weber und der Fraktion gegeben, die auch in Gesprächen wohl nicht ausgeräumt werden konnten.

Fröhlich erreichte die Nachricht Webers per WhatsApp-Nachricht - auch kein Zeichen eines vertrauensvollen Verhältnisses. Den Fraktionsvorsitzenden hätten viele Nachrichten anderer Mitglieder der Fraktion erreicht. Der Tenor sei, dass Partei und Fraktion zusammenstünden. Fröhlich: „Wer glaubt, die CDU zerlege sich nun selbst, der irrt. Wir werden weiter arbeiten wie bisher, jetzt leider mit einem Fraktionsmitglied weniger.“

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