Nach Einigung mit Land wieder Hoffnung auf Massen-Umgehung und Westtangente

dzUmgehungsstraßen

Ob und wann seit Jahrzehnten geplante Umgehungsstraßen im Unnaer Westen gebaut werden, ist immer noch offen. Hinter den Kulissen aber ist Entscheidendes passiert. Die Westtangente wird wieder ein Thema.

Unna, Kamen

, 01.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit ihrer Planung für Entlastungsstraßen für Massen, Unna und Königsborn sind die Verantwortlichen einen Schritt weitergekommen, offenbar ist es ein entscheidender. Unna, Kamen und der Kreis Unna sowie die Stadt Dortmund sind sich einig mit dem Land, wie es mit der OWIIIa und der Westtangente weitergehen soll.

Politik berät wieder über Planungen

Die politischen Gremien in den betroffenen Kommunen beschäftigen sich in diesen Tagen wieder mit den Planungen für Umgehungsstraßen, die seit Jahrzehnten geplant sind. Die Nordumgehung für Massen (OWIIIa) und der Weiterbau der Westtangente waren nun Thema unter anderem im Bauausschuss des Kreises Unna. Auch der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr der Stadt Unna soll sich im Juni damit befassen.

Einigung mit dem Land über Kosten

„Wir sind froh, dass wir das jetzt endlich so auf den Weg bringen können“, sagt Unnas Verwaltungssprecher Oliver Böer. Für die OWIIIa, die bisher in Dortmund-Asseln endet und nördlich an Massen vorbei weitergeführt werden soll, ist eine Einigung mit der Landesregierung von zentraler Bedeutung. Es geht um Landesstraßen, aber das Land NRW hatte das Straßenprojekt 2013 auf Eis gelegt. Seitdem versuchen die betroffenen drei Städte und der Kreis, die Verantwortlichen in Düsseldorf zu überzeugen, dass die Kommunen die Planungen weiter vorantreiben, dass das Land aber die Planungskosten erstattet.

Nun gibt es eine Einigung, zumindest über eine Teilerstattung. Nach Einschätzung aus dem Unnaer Rathaus wird letztlich rund eine Million Euro an zu tragenden Kosten unter den Städten Unna, Kamen und Dortmund sowie dem Kreis Unna aufzuteilen sein. Eine Einigung darüber werde innerhalb der kommenden sechs Monate erwartet, so Stadtsprecher Böer. Federführend bei der Planung der OWIIIa soll dann die Stadt Dortmund sein, die dafür Personal einstellen will.

Parallel laufen die Planungen für den Weiterbau der Nord-Süd-Umgehung, die an Königsborn vorbeiführen soll. Die Westtangente endet bisher von der Feldstraße im Süden kommend am Afferder Weg in einem 2017 fertig gestellten Kreisverkehr. Von Norden her baut die Wirtschaftsförderungsgesellschaft ein Stück Straße im interkommunalen Gewerbegebiet Unna-Kamen, inklusive eines Anschlusses zur Kamener Straße. Die Bauarbeiten laufen bereits und sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Jetzt lesen

Was dann fehlt, ist der Lückenschluss. Der Kreis Unna plant, vom Kreisverkehr Afferder Weg aus nach Norden weiterzubauen. Kompliziert macht dieses Straßenstück die Bahnlinie. Der Bahnübergang soll beseitigt werden. Schon vor 30 Jahren waren Planungen dafür recht weit vorangetrieben worden. Der Kreis und die Stadt stimmten seinerzeit den Wünschen aus einer Bürgerversammlung zu, wonach die Bahn unterquert werden sollte.

Der Kreis Unna plant, den Bahnübergang am Afferder Weg zu beseitigen. Die Straße soll verschoben und unter der Bahntrasse hindurch verlegt werden.

Der Kreis Unna plant, den Bahnübergang am Afferder Weg zu beseitigen. Die Straße soll verschoben und unter der Bahntrasse hindurch verlegt werden. © Archiv

Neue Straße unter der Bahn und dem RS 1 hindurch

Nun wird parallel zur Bahn auch noch der Radschnellweg RS1 geplant. Umso mehr Sinn hätte aus Sicht des Kreises eine Unterführung, damit der Verkehr auf der Westtangente nicht für den Radverkehr auf dem RS1 halten müsste.

Im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens soll nun die Beseitigung des Bahnübergangs Afferder Weg - am besten mit einer Unterführung - geplant werden. Die Verantwortlichen vermuten, dass dieses Verfahren schneller abgeschlossen werden könne als das für die OWIIIa von Dortmund aus. In einem neuen Knotenpunkt östlich der A1 sollen die beiden neuen Straßen einmal aufeinandertreffen.

Lesen Sie jetzt