Die Massener Straße eine Geröllwüste, der Kirchplatz mit Bauzaun geteilt – und doch ist Unnas Innenstadt in diesem Jahr aufgeblüht. Die Hängeblumen haben der Fußgängerzone gut getan. Für eine Wiederholung der Aktion sind aber noch Ideen gefragt.

Unna

, 13.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Blauer Himmel, leichte Kleidung und noch immer üppig blühende Wolken aus Petunien- und Geranientrieben – gefühlt war auch der 12. Oktober noch ein Sommertag, und wer auf dem Wochenmarkt ein Foto schoss, hätte es Freunden auch als Gruß aus dem Juli schicken können. Nur die Bäume lassen mit ihrem bunten und lichter werdenden Blätterkleid ahnen, dass es in Unna Zeit ist, sich um ein sehr schönes Problem zu kümmern. Auch der längste Sommer wird einmal enden. Und selbst die Ampelpflanzen in der Fußgängerzone haben ihren Dienst für Unna eines Tages geleistet.

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Sie haben ihre Sache gut gemacht. Pflege und Witterung haben die Blumenspende des City-Werberings über fast ein halbes Jahr hinweg durchblühen lassen. Selten war eine Gestaltungsmaßnahme für die Innenstadt so unumstritten, so sehr auf Lob gestoßen. Dass hier und dort ein Verkehrsschild oder ein Wegweiser überwuchert war – kein Grund zur Klage offensichtlich.

Problem ist nur, dass dieses Projekt nicht auf Nachhaltigkeit angelegt ist. Auf Dauer wird es der City-Werbering nicht finanzieren können. Die Frage, wer es dann könnte, lässt sich schwer beantworten.

Die Stadt zumindest ist wenig daran interessiert, sich dafür anzubieten. So erfuhr es FLU-Fraktionschef Klaus Göldner, als er eine entsprechende Frage im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt aufwarf. „Was muss eigentlich passieren, dass sich die Stadt mit dieser Frage beschäftigt?“, wollte er wissen. „Wenn es dafür eines Antrages bedarf, bin ich gerne bereit, ihn zu stellen.“

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Blumen zum Geburtstag

Die Summe von 10.000 Euro stand im Raum – ob begründet oder nicht, ist unklar. Eher pauschal wies Bürgermeister Werner Kolter darauf hin, dass auch 10.000 Euro für die Stadt Unna ein Betrag seien, der nicht ohne weiteres aufzubringen ist. Ob es Aufgabe der Stadt sein muss, den öffentlichen Raum mit Blumen zu verschönern, darüber könne auch diskutiert werden. Dass die Blumen an den Laternen und Schildermasten in der Innenstadt eine Bereicherung waren, stellt allerdings auch Kolter nicht infrage. Ein Kompromissvorschlag könne darin bestehen, nach Sponsoren Ausschau zu halten. Bis dahin bleibt allerdings die bisherige Ungewissheit: Was Unnas Innenstadt im kommenden Jahr blüht, ist nicht bekannt. Die Gefahr besteht, dass die natürlichen Farbtupfen in diesem Jahr eine Ausnahme bleiben.

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