Nach dem Brand am Friedrichsborn: Kunstwerke werden gesichert

dzFeuer

Noch ist nicht klar, wie groß der Schaden am Wärterhäuschen des Friedrichsborns ist. Nach dem Brand in der Nacht zu Freitag sollen jetzt aber die Kunstwerke aus dem Gebäude geholt werden.

Königsborn

, 31.07.2020, 10:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Morgen danach riecht es noch immer verbrannt vor dem Friedrichsborn. Vor dem historischen Wärterhäuschen liegen mehrere verkohlte Dachschindeln, Flatterband der Polizei sperrt den Schuppen ab. Wie hoch der Schaden am Gebäude nach dem Brand am späten Donnerstagabend ist, steht noch nicht fest. Wohl aber, dass die Kunstwerke im Innern des Gebäudes offenbar vor größeren Schäden bewahrt wurden.

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„Mein Mann und ich haben vor Jahren ein Bild zugunsten der Feuerwehr versteigert. Das Dankeschön dafür habe ich quasi jetzt bekommen.“
Helga Hartmann, Nutzerin des Wärterhäuschens

Es ist eine schöne Episode am Rande einer aufregenden Nacht für Helga Hartmann: Die Künstlerin, die das Wärterhäuschen für Ausstellungen und Lesungen nutzt, hat eine besondere Bindung zur Unnaer Feuerwehr. „Mein Mann und ich haben vor Jahren ein Bild zugunsten der Feuerwehr versteigert. Das Dankeschön dafür habe ich quasi jetzt bekommen“, sagt Hartmann im Gespräch mit unserer Redaktion am Morgen nach dem Brand. Dass die Bilder ihres verstorbenen Mannes nicht ein Opfer der Flammen wurden, ist dem schnellen Handeln der Unnaer Feuerwehrleute zu verdanken.

„Es sieht so aus, als wenn die Kunstwerke alle in Ordnung sind“, sagt Helga Hartmann. Noch in der Nacht war sie zum Friedrichsborn geeilt, als sie von der Stadtverwaltung, der das Gebäude gehört, angerufen worden war. „Ich war schon sehr besorgt, man kann sich ja nicht vorstellen, was da los ist, wenn man es nur am Telefon hört. Deswegen musste ich sofort hin und selbst gucken.“ Vor Ort war sie dann schnell erleichtert, als sie sah, dass die Feuerwehr den Brand, der offenbar am Dach des rückwärtig gelegenen Schuppens des Wärterhäuschens ausgebrochen war, schon unter Kontrolle hatte.

Verbrannte Dachschindeln zeugen von dem nächtlichen Feuer, das offenbar auf dem rückwärtigen Dach des Schuppens seinen Ausgang nahm.

Verbrannte Dachschindeln zeugen von dem nächtlichen Feuer, das offenbar auf dem rückwärtigen Dach des Schuppens seinen Ausgang nahm. © Anna Gemünd

Zunächst war unklar, ob sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers jemand im Gebäude befunden hatte. Helga Hartmann konnte dies schnell aufklären: „Ich habe im Wärterhäuschen immer Licht brennen. Durch das Feuer ist offenbar die Sicherung rausgeflogen und das Licht ging aus, deswegen hat man von Außen denken können, es sei jemand im Gebäude.“ Tatsächlich wurde bei dem Feuer aber niemand verletzt.

Helga Hartmann wartet nun darauf, dass sie die Freigabe bekommt, ins Gebäude zu gehen. Denn sie möchte die Bilder ihres Mannes holen. „Die Frage ist, was die Rauchentwicklung und der Ruß im Gebäude mit den Kunstwerken gemacht haben.“

Wie die Polizei auf Anfrage unserer Redaktion sagt, wird zunächst noch ein Sachverständiger ins Gebäude gehen. Der Verdacht auf Brandstiftung liegt nahe. „Da das Dach des Schuppens gebrannt hat, kann es gut sein, dass dort jemand etwas drauf geworfen hat“, mutmaßt Helga Hartmann.

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