Nabu unterstützt die Stadt Unna bei ihrem Vorgehen gegen die Mountainbiker im Bornekamp

dzWertvolles Biotop

Für ihr Vorgehen gegen die Mountainbiker im Bornekamp ist die Stadt Unna oft kritisiert worden. Doch sie bekommt auch Zuspruch. Der Nabu drängt auf einen Schutz der Natur im „Bombentrichter“.

Unna

, 23.09.2019, 13:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Öffentliche Reaktionen auf Unnas Vorgehen gegen die Mountainbiker im Bornekamp vertraten zuletzt hauptsächlich die Belange der Sportler. Auch die SPD im Stadtrat forderte, die Verstöße gegen den Landschaftsschutz durch Änderungen der Regeln dort statthaft zu machen. Kommentare in Leserbriefen oder im Internet enthielten Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung. Nun aber bekommt sie auch Rückendeckung.

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Der Naturschutzbund Deutschland meldet sich zu Wort und vertritt einen Standpunkt, der in der Diskussion bislang nicht wirklich berücksichtigt worden sei: eben den des Naturschutzbundes. Für die Unnaer Ortsgruppe meldet sich Andreas Förster zu Wort. Er sagt: „Wir begrüßen und unterstützen die Maßnahmen, die die Stadt ergriffen hat.“ Konkret meint das den „Rückbau“ der von den Sportlern angelegten Schanzen und Kurvenüberhöhungen.

Wertvolles Biotop „bis zur Unkenntlichkeit“ verändert

Förster weist auf die Schäden hin, die das sensible und einst besonders wertvolle Biotop im „Bombentrichter“ bei Billmerich in rund 25 Jahren der tolerierten Mountainbike-Nutzung erlitten habe.

Auf den Fahrwegen der Geländeradler sei der Boden so verdichtet, dass dort keine Pflanzen mehr wachsen. Das wiederum nehme Tieren sowohl Nahrungsquellen als auch Verstecke. Erschütterungen und Lärm durch den Mountainbike-Sport würden sensiblere Tiere vertreiben. Die ausgefahrenen Wege seien zudem eine Einladung auch für Wanderer, das Biotop zu durchqueren.

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„Ich kenne diesen Bereich noch aus früheren Zeiten. Damals gab es hier Feuersalamander, seltene Pflanzen und Vogelbrutstätten. All das ist Vergangenheit“, sagt Förster. „Die Mountainbike-Nutzung hat das Gebiet bis zur Unkenntlichkeit verändert.“ Der Nabu jedenfalls spreche sich gegen eine weitere Freizeitnutzung aus. „Ich wehre mich dagegen, dass die Stadt dafür verteufelt wird, dass sie den Schutz eines Biotops im Landschaftsplan endlich umsetzen will.“

Dabei zeigt Förster, der in seinen Naturschutzprojekten etwa auch mit der Billmericher Liedbachschule zusammenarbeit, durchaus Verständnis für die Interessen junger Menschen. „Klar, Mountainbiking muss auch möglich sein, aber eben nicht in diesem Gebiet“, sagt er. „Es muss eine Fläche gefunden werden außerhalb solcher Bereiche und die dann so hergerichtet, dass die Sportler sie annehmen. Vielleicht findet sich ja ein Sponsor für so etwas.“

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