Musikalische Erinnerungen zu Rio Reisers 70. Geburtstag

dzKultur

Herzlich war die Erinnerung an Rio Reiser im Schalander der Lindenbrauerei. Am 9. Januar wäre der 1996 verstorbene Musiker 70 geworden. Das wurde im Rahmen eines Musikclub-Spezial gefeiert.

von Sebastian Pähler

Unna

, 10.01.2020, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Voll war es bei der Feier zu Rio Reisers 70. Geburtstag. Viele der Zuhörerinnen und Zuhörer hatten ihre eigenen Geschichten über Reiser, der am 9. Januar 1950 in Berlin als Ralph Christian Möbius geboren wurde. „Er war einer unserer erster Kunden“, oder „Ich war einmal bei einem seiner Geburtstage dabei“, konnte man die Gäste im Publikum berichten hören.

Ohne Zweifel hat Rio auch in Unna Spuren hinterlassen wie nicht zuletzt auch die Adresse der Lindenbrauerei deutlich macht. „Rio-Reiser-Weg 1“, stellte Regina Ranft stolz fest und erinnerte daran, wie hart erkämpft die Adressänderung damals war. Die Verbindung aus wundervoller, zeitloser Lyrik und politischen Botschaften, so die Geschäftsführerin der Lindenbrauerei, sei es, die sie zum Reiser-Fan gemacht habe. „So viele Jahre und so viele Sterne ist es schon her, seit wir draußen sind auf dem Meer…“, zitierte Ranft, um das eine zu unterstreichen und, „Der Krieg, er ist nicht tot, er schläft nur“, um das andere zu demonstrieren.

Lieder die zu Tränen Rühren

Viele Musiker waren gekommen, um Rio Reiser musikalisch zu seinem Geburtstag die Ehre zu erweisen. Unter anderem griffen Andy Koch, Katrin Fahrenhorst, Michael Radix, Leif Dryden, Tobias Padge sowie Thomas und Timo Quast zu Mikrofon und Instrumenten, um den Liedern von Reiser und „Ton Steine Scherben“ neues Leben einzuhauchen.

„Blinder Passagier“ durfte dabei eben so wenig fehlen wie „Lass uns ’n Wunder sein“ oder „Wann, wenn nicht jetzt“. Dabei schaffte es etwa Michael Radix, stimmlich erstaunlich nahe ans Original und Andy Koch kamen die Tränen, als er bei seiner Anmoderation zu „Jetzt schlägt’s Dreizehn“ berichtete, wie er Rio beim Projekt „Märzstürme“ das erste Mal traf.

Erinnerungen

Als Nichte Reisers führte Cäcilie Möbius durch das Programm und ergänzte dieses mit Ausschnitten aus Rios Tagebüchern. „Das erste Licht der Welt, das ich erblickte, kam von einer Osram 40-Watt-Birne. Das zweite kam von dem Osram-Blitzlicht meines Vaters. Ich habe nicht geschrien, ich war ein gutes Kind“, zitierte sie ihren Onkel.

Wie Rio bis in die Gegenwart nachwirkt, berichtete Ralf Thiessen vom Rio Reiser Haus Verein Fresenhagen. Es sei dort immer herzlich und familiär zugegangen, sogar bei den Festivals mit tausenden Besuchern. Beim ersten Mal habe er dort zwischen einem Obdachlosen und dem Chef einer Personalfirma gezeltet. „Irgendwie hat Rio die verbunden“, erzählte er. Mit einem gemeinsamen „Es ist vorbei, bye, bye Junimond“, ging der Abend zu Ende.

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