Museum und Stadtarchiv Unna sammeln Souvenirs aus der Corona-Zeit

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Irgendwann wird die Corona-Krise Geschichte sein. Damit es aus dieser Zeit auch Erinnerungsstücke gibt, rufen das Stadtarchiv und das Hellweg-Museum jetzt die Bevölkerung zum Spenden auf.

Unna

, 19.05.2020, 15:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus hat unseren Alltag entscheidend verändert. Kaum ein Lebensbereich ist durch die zur Eindämmung der Pandemie ergriffenen, notwendigen Maßnahmen unbeeinflusst geblieben. Für das Stadtarchiv und das Hellweg-Museum Unna stellt sich die Frage, wie diese Ausnahmesituation für nachfolgende Generationen dokumentiert und nachvollziehbar gemacht werden kann. Die beiden Institutionen verstehen sich als das historische Gedächtnis der Stadt. Sie hoffen jetzt auf die Unterstützung der Unnaer.

Museumsleiterin Dr. Beate Olmer und Stadtarchivar Dr. Frank Ahland wollen Erinnerungsstücke aus der Corona-Zeit sammeln.

Museumsleiterin Dr. Beate Olmer und Stadtarchivar Dr. Frank Ahland wollen Erinnerungsstücke aus der Corona-Zeit sammeln. © Stadt Unna

Museum und Archiv rufen Bürger, Geschäfte und Gastronomen dazu auf, Erinnerungsstücke abzugeben. „Von Interesse ist alles, was die Veränderungen durch das Virus für die Stadtbevölkerung deutlich macht“, erklären Museumsleiterin Dr. Beate Olmer und der Chef des Stadtarchivs, Dr. Frank Ahland. Dies könnten Fotos sein, die beispielsweise die verlassene Fußgängerzone zeigen, abgesperrte Spielplätze, das zum Home-Office umfunktionierte Wohnzimmer, leere Regale im Supermarkt oder Schlangen vor Geschäften. Denkbar seien auch Dokumente wie Anträge auf Corona-Hilfen oder Testergebnisse, Aushänge von Gastronomie und Geschäften. Die Bürger können auch Objekte abgeben, etwa selbst gemachte Gesichtsmasken oder Schutzvisiere. Auch über Erfahrungsberichte, Blogs, digitale oder analoge Tagebücher würden sich Olmer und Ahland freuen. Fotografien und Schriften würde das Archiv entgegennehmen, das Museum eher die Objekte.

Kontakt

Bitte erst anmelden

  • Stadtarchiv und Museum bitten darum, zunächst per E-Mail oder Telefon Kontakt aufzunehmen und möglichst ein Foto des Dokuments oder Objekts einzusenden, damit entschieden werden kann, was in die Sammlung eingehen soll. Wichtig ist, dass alle Einreichungen einen Bezug zur Stadt Unna haben. Die Übergabe an Archiv oder Museum erfolgt dann nach telefonischer Vereinbarung, eventuell erst zu einem späteren Zeitpunkt (nach der Krise).
  • Ansprechpartner sind Stadtarchivar Dr. Frank Ahland (frank.ahland@stadt-unna.de; Tel. 02303/103-727) und Museumsleiterin Dr. Beate Olmer (beate.olmer@stadt-unna.de; Tel. 02303/256445).

Wie und wann diese Dinge einmal genutzt oder auch öffentlich gezeigt werden, ist offen. Vor allem gehe es darum, sie zu sichern, erklärt Olmer. Zu jedem Andenken an die Zeit würden der Name des Spenders und seine persönliche Corona-Erfahrung notiert. Da es anders als bei einer geplanten Ausstellung noch keine zeitliche Perspektive für die Nutzung gibt, müssten die Spender die Souvenirs abgeben, sie der Stadt also schenken.

Für die Einschätzung, ob jemand etwas abzugeben hätte, schlagen Museum und Archiv diese Fragen als Orientierung vor:

  • Welche Veränderungen nehmen Sie wahr, welche Unannehmlichkeit und Härte, welche Verbesserung im Miteinander, in der Umwelt, im Arbeitsleben?
  • Können Sie vor lauter Sorgen um Ihren Arbeitsplatz nicht mehr schlafen?
  • Bereichert Home-Office Ihr Arbeitsleben oder vermehrt es den Stress?
  • Wie verändert Home-Schooling das Lernen und Lehren?
  • Zerfällt die Gesellschaft oder gibt es ein neues Gemeinschaftsgefühl?
  • Was wird bleiben von all diesen Veränderungen?
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