Dass in der Gartenvorstadt einfach jemand seinen halben Hausstand, den er nicht mehr braucht abkippt, kommt immer wieder vor. Jetzt hat es einen Fahndungserfolg gegeben. © Luhmann
Illegale Müllentsorgung

Müllsünder in der Gartenvorstadt ermittelt und zu Hause überrascht

Einen kleinen Erfolg in einer großen Flut von Ärgernissen konnten die Bürger in der Unnaer Gartenvorstadt jetzt verbuchen. Schon lange kämpfen sie gegen illegale Müllkippen. Ein Verursacher wurde jetzt ermittelt.

Das Problem der illegal abgeladenen Müllberge ist den Menschen in der Gartenvorstadt schon länger ein Dorn im Auge. Nicht nur da, an etlichen Stellen im Unnaer Stadtgebiet haben sich Ablagebrennpunkte für illegal beseitigten Müll entwickelt. Da ist besonders die Ecke der Provinzialstraße zu erwähnen. Kurz vor der Auffahrt auf die B1 ist dort eine kleine Bucht, an der schon mal Einkaufswagen aus Massen hingeworfen werden, Ölkanister oder sonstiger Unrat sich ansammelt. Aber auch in der City liegt Müll an den Ecken, ob weggeworfene Zigarettenschachteln oder ein ausgeräuberter Sack aus einem Kleiderspende-Container.

Gartenvorstadt hat drei illegale Müll-Hotspots

In der Gartenvorstadt sind drei Plätze besonders aktuell. An den Containern auf der Ahornstraße, am westlichen Ende der Ackerstraße und an der Ecke Eichenstraße/ Eschenweg. Das hat Anwohner Karl Thorwarth beobachten können. „Verursacher in einigen Fällen dürften Personen sein, die aus ihrer Wohnung ausziehen, sich neu einrichten und ihre alten Möbel wie Kücheneinrichtungen, ganze Wohnzimmer, Tische, Stühle und Sessel bei Nacht und Nebel an diesen Stellen abladen“, vermutet er. Dort bleiben die Sachen so lange liegen, bis der Sperrmüll durch die jeweiligen Grundstückseigentümer ordnungsgemäß aber kostenintensiv entsorgt wird.

„Kaum ist der Müll beseitigt, liegen zeitnah schon wieder weggeworfene Gegenstände an den genannten Orten“, so Thorwarth. Eine Umfrage bei Bewohnern der Gartenvorstadt nach verdächtigen Verursachern habe bisher nur selten zu einem Hinweis auf die Täter geführt. Dann kam die vergangene Woche: „Da lag ein großer Haufen, da war alles dabei. Alte Betten, Schränke, Matratzen und etliche Kleidungsstücke“, berichtet Thorwarth. Und weiter: „In diesem Fall haben wir es mithilfe der Polizei geschafft, einen Täter zu ermitteln.“

Hier scheint sich jemand über einen Sack aus einem Altkleider-Container hergemacht zu haben und alles, was er nicht gebrauchen konnte, dann an den Rand der Josef-Ströthoff-Straße geworfen zu haben. © Schmidt © Schmidt

Auf Vorhalt habe er zunächst geleugnet, die Sachen dort abgelegt zu haben, gab aber schließlich unter dem Druck der gefundenen Beweismittel seine Schuld zu. Er wurde aufgefordert, sich umgehend um eine Entsorgung zu kümmern, ansonsten müsse er mit einem Bußgeld rechnen. Am nächsten Morgen waren alle Gegenstände weg.

Ermittlungen in jedem Fall von illegaler Entsorgung

Thorwarth kann nur warnen, dass in allen Fällen illegaler Müllentsorgung versucht wird, die Täter zu ermitteln. Die Bewohner der Gartenvorstadt sind aufgerufen, Verunreinigungen in ihrem Wohngebiet im Mängelmelder der Stadt Unna einzutragen und Verdächtige dem Ordnungsamt oder der Polizei zu melden. Die Kreispolizeibehörde teilt auf Nachfrage mit, dass Zeugen, die eine illegale Müllentsorgung auf frischer Tat beobachten, „gerne jederzeit die 110 wählen können, dann haben wir die Chance da direkt Personalien festzustellen“, so Polizeisprecher Christian Stein. Wenn der Müll jedoch schon einige Tage liegt, sei das eher ein Fall für das Ordnungsamt der Stadt.

Über den Autor
1982 in Dortmund geboren. Abi in Holzwickede, Journalistik-Studium wieder in Dortmund. Seit 2013 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Freut sich über die spannende Herausforderung, den Wandel eines Traditionsverlags hin zu einem modernen, familiengeführten Multimedia-Unternehmen zu begleiten.
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Christoph Schmidt

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