Rund 140 Jahre nach der Gründung der Getreidemühle Carl Bremme soll an gleicher Stelle ein Einkaufszentrum eröffnen. Ein griffiger Name würde dem Handelsstandort gut tun. Die Suche danach läuft bereits.
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Mühle Bremme: Das „Kind“ braucht einen neuen Namen

Der erste Gedanke ist der beste – sagen zumindest Skat-Spieler gern. Wir folgern daraus, dass die Entwickler der Mühle Bremme anderen Hobbys nachgehen. Denn das „Mühlencenter“ soll doch anders heißen.

Die Mühle Bremme kannte in Unna jeder. Dem neuen Einkaufszentrum könnte so eine Popularität nutzen, weil es dadurch leicht zu finden ist und zu einer eigenen Marke wird. Nun stellt sich jedoch die Frage, wie der Bekanntheitsgrad von „Alt“ auf „Neu“ übertragen werden kann. Und sie zu beantworten ist komplizierter als gedacht.

Würden sich die Entwickler an der Weisheit orientieren, dass der erste Einfall oft der beste ist, so wäre das Thema längst erledigt. Eher spontan war einem der Planer bei einer frühen Vorstellung des Projekts das „Mühlencenter“ herausgerutscht als Name für das Einkaufszentrum auf dem Mühlengelände.

Das „Mühlencenter“ war ein Arbeitstitel

Monate lang diskutierte Unna über das Großprojekt und das „Mühlencenter“ schien sich einen Namen zu machen. Doch durchgesetzt hat sich der Vorschlag damit nicht. Im Gegenteil: Es sieht wohl eher danach aus, als ob das „Mühlencenter“ diesen Namen nicht erhalten wird, wenn es im Frühjahr 2022 gebaut und eröffnet ist. Das deutet Ulf Silkens, Projektleiter beim niederländischen Bauherrn Ten Brinke, an.

„Das Mühlencenter war ein Arbeitsitel und Platzhalter“, sagt Silkens. „An der Suche nach dem endgültigen Namen sind wir jetzt dran.“

Bis er gefunden ist, lassen sich die Investoren nicht gerne in die Karten schauen. Einige Vorschläge würden zurzeit mit der Stadtverwaltung besprochen. Zumindest einige davon sollen auch der Tradition des Gelände Rechnung tragen. Aber mehr sagt Silkens dazu nicht – noch nicht.

Absprache mit der Rathausspitze

„Als Eigentümer könnten wir es im Prinzip ja selbst bestimmen. Aber es ist gut, einen Namen zu wählen, der von den Menschen in Unna aufgenommen wird. Deshalb sind wir an die Stadt herangetreten“, erklärt er. Wobei „die Stadt“ vermutlich die oberste Führungsebene des Rathauses meint. Eine breite Bürgerbeteiligung hat Ten Brinke nicht vor. So ein Aufwand sei dann doch zu groß für eine Frage wie diese. Im Zweifel fahren die Leute dann halt nicht ins „Soundso-Center“, sondern halt zu Edeka.

Wie viel Mühle beziehungsweise wie viel Bremme im neuen Namen stecken werden, lässt sich auch bei der Stadt nicht in Erfahrung bringen, die auf die Vertraulichkeit solcher Gespräche hinweist. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt: Die Mühle Bremme und ihr Standort dürften in Unna noch eine Weile im Gedächtnis bleiben. 1862 bekam der Müllermeister Carl Bremme die Genehmigung für den Bau der einzigen mit Dampfkraft betriebenen Mühle in Unna. Fast hundert Jahre stand sie für Mehl aus Unna.

Auch wenn es die Entscheidung nicht beeinflusst, möchten wir es gern von unseren Lesern wissen: Welchen Namen würden Sie dem Einkaufszentrum auf dem Mühle-Bremme-Gelände geben? Vorschläge bitte kurz per E-Mail an: smulka@hellwegeranzeiger.de.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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Sebastian Smulka
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