„Bombentrichter“

MTB-Strecke: „Wir für Unna“ sieht Interessen der Jugendlichen nicht berücksichtigt

„Wir für Unna“ wirft den anderen Fraktionen im Unnaer Rat „politische Selbstdarstellung“ bei der Frage nach einer Mountainbike-Strecke für Jugendliche vor.
Mountainbiken im Wald: Das wird im „Bombentrichter“ im Bornekamp nicht gern gesehen. Doch Alternativen für die Jugendlichen sind rar. Eine Idee aus dem politischen raum sieht das Gelände des ehemaligen Freizeitbades Massen als mögliche Option. © picture alliance / dpa

Enttäuscht zeigt sich die Fraktion von „Wir für Unna“ (WfU) von dem Umgang mit ihrem Antrag, eine legalisierte Nutzung des „Bombentrichters“ im Bornekamp für Mountainbike fahrende Kinder und Jugendliche zu erreichen. Die alternativen Vorschläge anderer Fraktionen hätten nichts mit dem zu tun, was sich die Jugendlichen tatsächlich wünschten.

„Es ging nicht nur darum, die Trails, die dort in Eigenregie erstellt wurden, zu erhalten, sondern dort auch ein Jugendprojekt zu etablieren“, schreibt die Fraktion zu der Idee ihres Antrags in einer Pressemitteilung am Samstagabend. So hätte man die Jugendlichen nicht nur bei dem Bau der Trails unterstützen können, um sich im Bereich der kommunalen Haftung abzusichern, sondern man hätte sie auch weiter in das Projekt und seine Folgen einbinden können: „Da für die Umwidmung des kleinen Bereiches eine entsprechende Ersatzfläche hätte bereitgestellt werden müssen, die ihrerseits auch entsprechend aufgeforstet werden muss, hätte dort die Möglichkeit bestanden, die Jugendlichen auch in dieses Projekt einzubinden.“

Die Bereitschaft dort mitzuhelfen, auch ohne Entgelte, sei bei allen Jugendlichen, zu denen „Wir für Unna“ nach eigenen Angaben seit Monaten über eine WhatsApp-Gruppe Kontakt habe, vorhanden. „Das hätte zusätzlich

ein tolles Umweltprojekt sein können, mit sehr hohem Identifikationswert, denn zu Bäumen, die man eigenhändig pflanzt, hat man definitiv ein anderes Verhältnis“, findet die WfU-Fraktion.

Man habe den Eindruck, dass der Antrag von den anderen Fraktionen nicht bis zum Ende gelesen worden sei. Gleichzeitig zeigt sich die WfU-Fraktion verwundert über den Antrag der Grünen und der FDP, der die Brachfläche des alten Freizeitbades in Unna-Massen zu einem „Pumptrack“ umbauen möchte.

Aus den Gesprächen mit den Jugendlichen wisse man, dass es den MTB-Fahrern aber gar nicht um einen Pumptrack gehe. Ein Pumptrack ist eine speziell geschaffene Mountainbike-Strecke, die eine besondere Art des Fahrens erfordert. „Es drängt sich hier massiv der Eindruck auf, dass es hier vor allem darum geht, die im Wahlkampf selbst angekündigten Projekte umzusetzen. Das hat dann aber nichts damit zu tun, was die MTB-Fahrer aus dem Bornekamp eigentlich wollen“, werfen die WfU-Fraktionsmitglieder ihren politischen Mitbewerbern vor. Hier käme es viel mehr darauf an, Kindern und Jugendlichen in einem Dialog auf Augenhöhe zu begegnen anstatt sie „für politische Zwecke zu instrumentalisieren“, so die WFU-Fraktion.

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